Abgeschickt von Axel Siekmann am 31 Maerz, 2004 um 07:57:35
Antwort auf: Nur so´n Gedanke... von Kai Rake am 30 Maerz, 2004 um 14:47:48:
Aufgrund der leeren Kassen sollen in Zukunft möglichst viele Autobahnen privat finanziert werden. Wie Du schon richtig bemerkt hast, zeigt sich dann erst wirklich, ob die Wirtschaftlichkeitsberechnungen Hand und Fuss haben.
Ein gutes Beispiel ist der Warnow-Tunnel in Rostock, deren Betreiberfirma fast pleite ist. Wer hat dort wohl die Kosten-Nutzen-Analyse erstellt?
Ein weiterer "Ladenhüter" ist die Elbquerung bei Stade im Zuge der A20. Der Nutzen-Kosten-Faktor liegt bei 2,2, aber keiner will sie bauen. Das lässt sich nur dadurch erklären, dass der Nutzen-Kosten-Faktor wohl nicht alle Risiken enthält.
Genau dasselbe ist es bei der A39:
Es werden Baukosten von 3,9 Mio EUR/km veranschlagt. Bei den von der Topographie vergleichbaren Autobahnen A20 in MV und A26 in NI, lagen die realen KM-Kosten aber bereits laut Strassenbaubericht bei 6-11 Mio EUR. Auch hier liegt der Verdacht nahe, dass die A39 schön gerechnet worden ist.
Ansonsten würde ich mich über das finanzielle Engagement von Johnson-Controls und den anderen Befürwortern für die A39 freuen. Auch die Gemeinden entlang der B4 wollen Ihren finanziellen Beitrag zur A39 leisten.
Falls die A39 wieder einmal ein wirtschaftliches Fiasko wird, trägt die Last dann wenigstens nicht der Steuerzahler.
Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Sobald man bei den Befürwortern mit der Spendensammeldose aufläuft, wird sich die Pro-A39-Position wahrscheinlich relativieren. Dann gibts ja nichts mehr umsonst und man müsste sich mal wirklich Gedanken um den Nutzen der A39 machen.
Viele Grüsse
Axel Siekmann
Steuerzahler und damit Finanzier der Planung der A39. In der freien Wirtschaft wäre ich damit auch der Chef der Planungen. Aber in Deutschlands reguliertem Staatsmonopol ticken die Uhren ja mal wieder anders.