Wo liegt er wirtschaftliche Nutzen


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.keine-a39.de ]

Abgeschickt von Ortwin Höller am 27 Maerz, 2004 um 17:30:40

Wo liegt der wirtschaftliche Nutzen der A39 ?

Die miserable Finanzsituation des Staates ist hinlänglich bekannt. Kein privates Unternehmen kann in dieser Weise wirtschaften. Der Staat kann sich Großprojekte wie diesen Autobahnbau nicht leisten, zumal der wirtschaftliche Nutzen nicht klar und nachvollziehbar nachgewiesen ist.

Unsere Regionalpolitiker haben nach meiner Auffassung in erster Linie die Aufgabe, die Interessen der Bürger der Region, in der sie gewählt wurden zu vertreten. Dieses Handeln kann ich auch wieder bei dem Thema A-39 nicht erkennen (von Ausnahmen abgesehen). Sie handeln genau entgegengesetzt - mit welchem Recht, mit welchem Auftrag? Viele Bürger sind in das Umland von Hamburg und Lüneburg gezogen, um mehr Ruhe und Erholungsmöglichkeiten zu finden.

Die Politiker sind die Vertreter des Volkes. Warum müssen die Bürger mit aktivem Aufbegehren die Politiker überzeugen, dass die A 39 nicht notwendig ist. Diese Überzeugungsarbeit muss zudem noch aus der Privattasche aller A-39 Gegner finanziert werden, während die Politiker bei ihrer Arbeit auf Steuermittel zurückgreifen können – eine deutliche Chancenungleichheit.

Ich höre immer wieder die Aussage, dass es einen wirtschaftlichen Nutzen für die Region geben soll. Sind unsere Regionalpolitiker Wirtschaftsfachleute, die dies beurteilen können, oder haben sie sich fachkundigen Rat eingeholt? Wo sind die stichhaltigen Argumente über den wirtschaftlich so positiven Effekt?

Mein Unternehmen kann seine Produkte und seine Dienstleistungen nur per LWK und PKW zum Kunden bringen. Trotzdem beträgt der Transportkostenanteil nur 6%. Durch eine Autobahn kann ich, wenn kein Stau besteht eventuell 1% einsparen durch Benzinkostenreduzierung und kürzere Fahrzeiten. Der Lohnkostenanteil dagegen beträgt 50% und hiervon sind 65% Arbeitgeberanteile für Sozialabgaben - Steuern, Versicherungen und Gebühren noch nicht einmal mitgerechnet. Wenn die Regional-, Landes- und Bundespolitiker etwas für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen tun wollen, dann dort, wo Kosten reduziert werden können. Bei einem Kostenblock von 6% (Transportkosten) ist die Möglichkeit Einsparpotentiale zu erschließen, sehr gering. Der Kostenblock Lohnnebenkosten und Bürokratiekosten verspricht allein durch seine Größe wesentlich mehr Ansatzpunkte und liegt zum Teil sogar in der direkten Entscheidungsgewalt der regionalen Politik.

Obwohl Lüneburg mit der A-250 eine hervorragende Anbindung an Hamburg hat, sind namhafte Unternehmen weggezogen. Das Vorhandensein einer Autobahn ist kein ausschlaggebendes Kriterium für die Standortwahl eines Unternehmens. Lucia ist sicher nicht nach Rumänien gezogen, weil dort die Autobahnanbindung besser ist. Außerdem sollten Politiker bedenken, was sie mit der Anwerbung von Unternehmen erreichen; auf jeden Fall auch Arbeitslosigkeit und viel familiäre Not dort, wo sie die Firmen weggelockt haben. Beides kostet Steuergelder: die Aktivitäten des Anwerbens und die Arbeitslosigkeit in dem dann geschädigtem Gebiet.

Die Autobahn schafft mehr Mobilität. Für wen und mit welchem Sinn? Wenn durch die Autobahn Wettbewerber angelockt werden, um ihre Produkte und Dienstleistungen in unserer Region zu verkaufen, verlieren unsere regionalen Unternehmen Aufträge. Was müssen diese dann tun? Sie suchen sich Märkte außerhalb der Region. Also alle auf die Autobahn. Ist das der richtige Weg? Auf jeden Fall kann so eine Auslastung der Autobahn mit 40.000 Fahrzeugen schnell errechnet werden. Das Beispiel des Krabbenpulens in Portugal zeigt deutlich den Wahnwitz dieser Politik auf.

Ortwin Höller
Theodor-Storm-Str.95
21391 Reppenstedt




Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.keine-a39.de ]