Die Mär von den Arbeitsplätzen


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Abgeschickt von Axel Siekmann am 15 Maerz, 2004 um 16:36:38

Die Ansiedlung von Arbeitsplätzen hängt mit den Gesamtkosten einer Produktion zusammen. Davon entfällt ein grosser Teil auf die Lohnkosten. Insbesondere bei den Lohnkosten ist Deutschland auch im europäischen Vergleich aufgrund der hohen Steuerlast nicht konkurrenzfähig. Aus diesem Grunde wandern Unternehmen aber auch Arbeitnehmer! ins Ausland ab. So produzieren Märklin und Audi in Ungarn. Deutsche Unternehmen erwirtschaften hier schon 10% des Sozialprodukts. Der VW Touareg wird zu 100% in Bratislava in der Slowakai produziert. Allein die VW-Exporte aus der Slowakai machen fast 20% der Gesamtausfuhren der Slowakai aus. In den Bilanzen der deutschen Konzerne hat der Aufschwung schon stattgefunden. Der entsprechende Aufschwung am Arbeitsmarkt findet hingegen nicht in Deutschland statt, sondern in Südosteuropa, wo die Arbeitnehmer in deutschen Fabriken arbeiten. Diesen Märkten soll die A39 zur Erschliessung Nordosteuropas dienen. Nach der EU-Erweiterung werden hier in Norddeutschland Ungarn, Slowaken und Rumänen in Konkurrenz zu hiesigen Unternehmen treten. Da sie niederigere Lohnkosten als ihre deutschen Kollegen haben, können sie entsprechend günstiger anbieten. Dies wird zu einer ungeheuren Vernichtung deutscher Arbeitsplätze vor allem im Niedriglohnsektor führen. Vielleicht gibt es dann sogar das Phänomen, dass Firmen wieder in Lüneburg investieren, die Arbeitnehmer allerdings nicht aus Deutschland kommen. Mit einem solchen Modell würde man die Standortvorteile Deutschlands mit den geringen Lohnkosten Südosteuropas wunderbar verbinden können, denn die Mitarbeiter können für die Wochenendheimfahren jetzt die A39 benutzen.
Wer nun glaubt, dass die öffentliche Hand die deutsche regionale Wirtschaft retten kann, ist auf dem Holzweg. Die Behörden sind per EU-Gesetz gezwungen, Projekte ab einer bestimmten Grösse europaweit auszuschreiben (s. Tollcollect). Dies würde auch den Bau der A39 betreffen. Diese Autobahn wird, wie viele andere Verkehrsprojekte im Jahre 2015 auch, von ausländischen europäischen Unternehmen gebaut werden, aber bestimmt nicht von der regionalen deutschen Bauwirtschaft. Diese hat bis dahin allerdings viele Aufträge im regionalen Wohnungsbau verloren, weil aufgrund der A39-Planungen niemand mehr in der Region um Lüneburg bauen wollte.
Liebe A39-Befürworter: Wenn Sie die A39 bauen, werden sie die grösste Vernichtung von Arbeitsplätzen anstossen, die die Region Lüneburg je erlebt hat.


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