Abgeschickt von Hans-Ulrich Neumann am 28 April, 2004 um 18:20:57
Das sich hier an dieser Stelle Gegener der A39 ein Forum geschaffen haben, das ist ihr gutes Recht, diese Menschen zu diffamieren, schwächt nur die eigenen, vielleicht vernünftigen Argumente. Vorurteile sind meist nicht auf Fakten beruhend, deswegen lasse ich sie weg, auch wenn ich nicht frei davon bin.
Es wird behauptet, es gäbe eine leistungsfähige Bundestraße in Süd-Nord-Richtung, gemeint ist wohl die B4. Diese Straße weist neben des Ortsdurchfahrten, die die BI ja mit Umgehungstraßen beseitigen will, weitere Behinderungen wie Ampeln und auch einen Bahnübergang sowie zahlreiche niedrige Tempolimits auf. Diese Limits sind wegen der vielen schweren Unfälle der vergangenen Jahre berechtigt. Fakt ist, das durch diese Umstände als auch durch zahlreiche Verkehrshindernisse wie Lkw, Traktoren (besonders der Zuckerrübenverkehr ist eine Katastrophe), Wohnmobile, Gespanne..., der Verkehrsfluß erheblich behindert wird. Wenn ich denn einmal zu meinen Eltern nach Heide fahre, ist die B4 wirklich das schlimmste Stück, hat man die Umgehung Lüneburg erreicht, ist man heilfroh.
Die geforderten Ortsumgehungen verbrauchen übringens auch Landschaft und es wird sicher wieder einige geben, die dagegen sind. Meist kommt dabei so ein Mist heraus, wie bei der Umgehung Meinersen, die die nächste Ortschaft auch noch hätte vom Verkehr befreien könne. Dann ist diese Strecke wieder nur zweispurig und in der Mitte der Trasse befindet sich zu allem Überfluß auch noch eine Ampel.
Die Hauptproblematik der B4 ist der Lkw-Verkehr, diese Verkehrshindernisse provozieren wiederum Überholmanöver, die das Risiko schwerer Unfälle mit sich bringen, nur eine vierspurige Straße bringt da Abhilfe.
Sicher werden durch die A39 einige Bürger betroffen sein, das bringen Infrastrukturprojekte immer mit sich. Ich selbst wohne in Sichtweite der B4, der westliche Untersuchungskorridor für die A39 führ auch nicht weit von mir entfernt vorbei, trotzdem bin ich bereit, gewisse Beeinträchtigungen im Sinne des Allgemeinwohls hin zu nehmen. Die vermehrte Beeinträchtigung der Anrainer einer zukünftigen A39 geht mit einer Entlastung in den Orten einher, die jetzt an der B4 liegen oder die gar vo ihr durchschnitten wird.
Das angeführte Argument, es gingen wertvolle landwirtschaftliche Flächen verloren, kann angesichts der massiven Überproduktion an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nicht überzeugen, eher muß man froh über jeden Hektar sein, der aus der landwirtschaftlichen Nutzung heraus genommen wird.
Der befürchtete Kaufkraftverlust durch die A39 wird nicht eintreten, den gab es in meiner alten Heimat auch nicht, als die A23 gebaut wurde. Für die einheimischen Handwerker kann die schnelle Verbindung auch zum Vorteil gereichen, schließlich können diese nun auch in kürzerer Zeit in anderen Märkten präsent sein, die Autobahn ist doch keine Einbahnstraße.
Das der Autobahnbau Arbeitsplätz schafft, ist nicht von der Hand zu weisen, Planung, Bau, die von Ihnen angestrengten juristischen Verfahren, all das bedeutet Arbeit. Wenn Sie smöchten, das möglicht wenig Steuergelder aufgewendet werden, sollten sie vielleicht Ihren Widerstand auf die normale Anhörung beschränken und nicht irgendwelche Prozesse bis vor die höchsten Instanzen führen.
Eine kleine Spitze kann ich mir denn doch nicht verkneifen: Wo bleibt die Allzweckwaffe der Ökofuzzis und Berufsquerulanten gegen alle Baumaßnahmen: Der Wachtelkönig. Das der bei Ihnen nicht vorkommt, läßt doch vermuten, daß es sich wirklich um eine Iniative besorgter Bürger handelt.
Mein Ratschlag an Sie: Versuchen Sie die Planung und den Bau konstruktiv zu begleiten, wie es sich in meiner alten Heimat Dithmarschen bewährt hat. Beim Bau der A23 wurde auf den Umweltschutz besonderen Wert gelegt, die Entwässeung erfolgt nicht in die Landschaft, es wurden Röhren für die Tierwelt und Fischtreppen angelegt. Bei anderen Autobahnprojekten gibt es breite Brücken dort, wo es starke Wildwechsel gibt. Vielleicht unternhemen Sie einmal Ausflüge zu neuen Autobahnen und solche in Bau, sammeln Ideen und Anregungen, wie man es nicht macht oder wie man es macht. Wer konstruktiv dabei ist, und nicht nur verhindern will, der wird eher ernst genommen und gehört. Bringen Sie Ihre Sachkompetenz in das Verfahren ein, niemand als die Menschen vor Ort kennt die Region so gut und kann diese Kenntnisse bündeln und vermitteln.
A39 ja, aber mit nur den Menschen der Region, könnte ein gutes Motto lauten.