IHK gegen Lkw-Verbot auf B 4
Kammer warnt vor unkalkulierbaren verkehrlichen und
wirtschaftlichen Folgen
Den Melbeckern reicht es: Sie hoffen, dass heute Abend Minister
Hirche ein Durchfahrverbot für Lkw auf der B 4 verkündet – die IHK
warnt vor so einer Entscheidung.
Foto: t&w
kre Melbeck. Verkehrsminister
Walter Hirche (FDP) wird heute Abend in Melbeck einmal mehr mit der
Politiker-Realitt konfrontiert werden: Egal, welche Nachricht er
bei der öffentlichen Podiumsdiskusion in der Gaststätte „Das
Landhaus“ ab 19.30 Uhr zum Thema Lkw-Fahrverbot auf der B4 auch
verkünden wird – einer Interessengruppe wird der Minister auf die
Füße treten.
Denn während sich die Melbecker nichts sehnlicher als die Sperrung
der B4 für den Lkw-Durchgangsverkehr wünschen, sieht dieses
Vorhaben die Lüneburger Industrie- und Handelskammer (IHK) „aus
regionalwirtschaftlicher und verkehrlicher Sicht äußerst kritisch.“
Wie berichtet, planen die Landkreise Lüneburg, Uelzen und Gifhorn
die Sperrung der B4 für den Lkw-Durchgangsverkehr über zwölf Tonnen
Gesamtgewicht: Vorwegweiser, die die Brummi-Fahrer auf das Verbot
hinweisen, sollen bereits am Maschener Kreuz aufgestellt werden.
Die IHK hält dagegen: „Bundesstraßen haben einem weiträumigen
Verkehr zu dienen“, heißt es in den Schreiben an Lüneburgs
Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Franz Fietz. „Diese
Zweckbindung“, so die Kammer, „wird jedoch durch die vorgesehenen
Maßnahmen konterkariert.“ Die verkehrserschließende Bedeutung der
B4 lasse mangels einer fehlenden Autobahnalternative eine Sperrung
nicht zu, urteilt die IHK, die fordert, auf ein Verbot für den
Lkw-Durchgangsverkehr auf der B4 zu verzichten und stattdessen die
Verkehrsinfrastruktur auszubauen.
|