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vom 20.05.2006

Leserbrief von Karl-Heinz Wöbke

Die Diskussion um die A 39 kann ich nicht nachvollziehen. Es wird versucht die Frage zu klären, ob die West- oder die Ost-Variante die richtige ist, mithin die Frage, ob es sinnvoll ist, "in deinen oder in meinen Lebensraum" einzugreifen. Dies ist der falsche Ansatz für eine seriöse, zukunftsorientierte Gestaltung unserer Lebensbedingungen. Wir unterstellen, dass Mittel ausreichend zur Verfügung stehen, ohne zu berücksichtigen, wer sie letztendlich aufbringen muss.
Auch die Argumentation, dass die A 39 auf lange Sicht die Arbeitslosenzahlen senken soll, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den letzten 30 Jahren betrachte und die Entwicklung des bundesdeutschen Autobahnnetzes im selben Zeitraum, komme ich zu einem anderen Schluss.
Dass der Wirtschaftsraum um Uelzen herum gestärkt wird, trifft sicher im gleichen Maße zu, wie er geschwächt wird. Unter dem Strich werden wir feststellen, dass Transportleistungen auf der Straße nach wie vor eher zu günstig scheinen. Wie können wir es uns sonst erklären, dass Milch aus Bayern oder Zucker aus süddeutschen Regionen bei uns in den Regalen steht?
Ich weiß nicht, wie wir es späteren Generationen plausibel machen werden, dass wir heute auf Rechnung derer, die zum Teil noch nicht geboren sind, Verbindlichkeiten eingegangen sind und Lebensräume für Mensch und Tier unwiederbringlich vernichtet haben. Ist der Preis, den wir bereit sind zu akzeptieren, nicht zu hoch nur für die Möglichkeit, wenige Minuten früher an jedem Ort der Erde anzukommen?
Karl-Heinz Wöbke,
Uelzen
 
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