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vom 18.06.2006

Hoffen auf die Umgehung

Gr. Liedern droht
durch A 39 eine Verkehrs-Explosion

Von Thomas Mitzlaff

Stadtbaurat Gert Stöckicht hatte auch heitere Momente in Gr. Liedern, rechts Ortsbürgermeister Wilhelm Schulz
Foto: AZ
Uelzen-Gr. Liedern. "Weg mit unserer Abfahrt, damit die anderen doppelt so viel Verkehr kriegen - nein, so läuft das nicht". Klare Worte von Stadtbaurat Gert Stöckicht am Dienstagabend im Gr. Liederner Niedersachsen-Krog, als der Vorschlag auf den Tisch kam, bei der geplanten Autobahn 39 doch einfach auf die Abfahrt Uelzen-Ost im Zuge der B 71 zu verzichten und stattdessen eine zur B 493 einzurichten. Gr. Liedern wäre dann fein raus und das Damoklesschwert von 14.000 Fahrzeugen täglich, das im Fall der Autobahnfertig­stellung über dem Uelzener Ortsteil schweben würde, wäre verschwunden.
Doch Stöckicht konnte im überfüllten Saal Überzeugungsarbeit leisten ("Kommen Sie Donnerstag nach Oldenstadt und erklären das denen, die freuen sich einen Ast"), andere Wege aufzeigen und so stimmte der Ortsrat schließlich einstimmig der Vorlage der Verwaltung, ergänzt um eine Passage zu. Schon jetzt hat die Stadt in ihrer Stellungnahme zu dem 608-Millionen-Euro-Projekt Autobahn dargelegt, dass Gr. Liedern in jedem Fall eine Ortsumgehung brauche. Dazu werden jetzt noch verkehrsgerechte Lösungen auch für Fußgänger und Radfahrer gefordert. Gr. Liedern galt als strittigster Abschnitt der A-39-Trasse durch das Uelzener Stadtgebiet, weil nach Einschätzung der Planer durch den kleinen Ort der gesamte Verkehr von der Abfahrt Uelzen-Ost in Richtung Westen abfließen wird. Die Vorzugstrasse würde nur 550 Meter an Hanstedt II vorbei fließen und dafür regt der Ortsrat eine Änderung an: Die Fahrbahn solle noch rund 500 Meter weiter in Richtung Gr. Liedern verlegt werden, wäre von diesem Ort dann noch immer rund zwei Kilometer entfernt.
Ortsbürgermeister Wilhelm Schulz ließ die Ratssitzung gewohnt unkonventionell laufen, auch Zuhörer durften sich einschalteten. Schulz passte allerdings auch auf, dass die Diskussion nicht in eine Grundsatzdebatte über den Autobahnbau ausartete. Zwar konnte sich Stöckicht nicht die eine oder andere Spitze gegen den Sprecher der Autobahngegner Eckehard Niemann verkneifen ("Das ist Kleine-Jungen-Denken"; "Das hat Herr Niemann bis heute nicht verstanden"), doch anders als in der Woche zuvor im Riestedter Ortsrat war in Gr. Liedern sogar ein einstimmiger Ratsbeschluss das Ergebnis.
Heute Abend nun wird Gert Stöckicht die Autobahnplanungen den Oldenstädtern um 19.30 Uhr im Postillion vorstellen.
 
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