Startseite arrow Aktuelles arrow Presseartikel arrow Geballter Protest
Nächste Termine
13.06.12 - 18:00 Uhr
Umweltverein Gellersen e. V.
Geballter Protest PDF Drucken E-Mail
vom 11.05.2006

Geballter Protest

Bürger protestieren gegen die geplante A39. Bei einer dreistündigen Informationsveranstaltung in der Lüner Schule mussten die Planer jetzt eine Menge Kritik einstecken.

Angst vor der Autobahn

Info-Abend: Bürger lehnen Trassenführung durch Lüne und Moorfeld ab

Bildtext
Mehr als 300 Brger waren zur Infoveranstaltung gekommen, sie lehnen eine Autobahn durch ihren Stadtteil ab.
Foto: be
ca Lüneburg. Spätestens am Eingang war den Planern vom Straßenbauamt klar, dass viele Menschen in Lüne ihre Arbeit nicht schätzen: „A 39-Horror mitten durch Lüneburg? Nein!“ stand auf einem Transparent. Mehr als 300 Bürger waren zu einer Infoveranstaltung in die Lüner Schule gekommen. Anwohner fürchten zunehmenden Lärm, haben Sorge, dass ihr Viertel zerschnitten wird.
Amtsleiter Friedhelm Fischer und seine Kollegen Annette Padberg, Heiko Lange und Jörg Borkenhagen sowie Bernd Rczeppa von der Regierungsvertretung stellten das Projekt vor. Oberbürgermeister Ulrich Mädge vertrat die ablehnende Position der Stadt. Der OB verwies auf einen Ratsbeschluss, die Politiker hatten sich gerade mit Mehrheit für eine Autobahntrasse im Westen ausgesprochen. Die Grünen allerdings lehnen die A39 grundsätzlich ab.
Kurzgefasst erklärten die Planer, die „Vorzugsvariante“ belaste Menschen und Natur weniger als andere mögliche Trassenverläufe. Dafür ernteten sie lauten und spöttischen Protest. „Wenn das die günstigste Variante ist, wie schlimm müssen erst die anderen sein?“, fragte ein Mann.
Borkenhagen erklärte ausführlich, welche Faktoren für den Trassenverlauf eine Rolle spielen. Dabei sprach er technokratisch vom „Schutzgut Mensch“. Viele im Publikum fühlten sich allerdings weniger geschützt als Flora und Fauna. Eine Frau fragte in Anspielung auf Wildwechsel: „Sollen wir Kindern auf dem Schulweg Geweihe aufsetzen?“
Äbtissin Barbara Taglang will gegen die Trasse „kämpfen wie eine Löwin“. Sie sorgt sich ums Kloster, fragte, ob der Denkmalschutz keine Rolle spiele. Und sie verwies auf die Bahnlinie, über die täglich rund 340 Züge rollen, weiterer Krach sei unzumutbar. Die Planer konterten, sie hätten an die Kunstschätze gedacht. Rechtlich betrachtet spielten vorhandene Bahnlinien bei der Planung in Sachen Lärm keine Rolle.
Andere Bürger beklagen den Wertverfall ihrer Grundstücke und Häuser. Fischer antwortete: „Planungen führen zu keinem Entschädigungsanspruch.“ Gabriele Parnow-Kloth macht sich Sorgen um das Lüner Holz und um Ausweichmöglichkeiten bei Unfällen auf der Autobahn. Diesen Einwand erhebt auch die Stadt.
Zum Lüner Holz erklärte Fischer, dass der Wald wieder zusammengeführt wird, weil die Ostumgehung zurückgebaut werde. Zudem sinke in diesem Bereich der Lärmpegel.
 
< zurück   weiter >
© 2012 Keine A39!
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.