Angst vor der Autobahn
Info-Abend: Bürger lehnen Trassenführung durch Lüne und Moorfeld ab
Mehr als 300 Brger waren zur Infoveranstaltung gekommen, sie lehnen
eine Autobahn durch ihren Stadtteil ab.
Foto: be
ca Lüneburg. Spätestens am
Eingang war den Planern vom Straßenbauamt klar, dass viele Menschen
in Lüne ihre Arbeit nicht schätzen: „A 39-Horror mitten durch
Lüneburg? Nein!“ stand auf einem Transparent. Mehr als 300 Bürger
waren zu einer Infoveranstaltung in die Lüner Schule gekommen.
Anwohner fürchten zunehmenden Lärm, haben Sorge, dass ihr Viertel
zerschnitten wird.
Amtsleiter Friedhelm Fischer und seine Kollegen Annette Padberg,
Heiko Lange und Jörg Borkenhagen sowie Bernd Rczeppa von der
Regierungsvertretung stellten das Projekt vor. Oberbürgermeister
Ulrich Mädge vertrat die ablehnende Position der Stadt. Der OB
verwies auf einen Ratsbeschluss, die Politiker hatten sich gerade
mit Mehrheit für eine Autobahntrasse im Westen ausgesprochen. Die
Grünen allerdings lehnen die A39 grundsätzlich ab.
Kurzgefasst erklärten die Planer, die „Vorzugsvariante“ belaste
Menschen und Natur weniger als andere mögliche Trassenverläufe.
Dafür ernteten sie lauten und spöttischen Protest. „Wenn das die
günstigste Variante ist, wie schlimm müssen erst die anderen
sein?“, fragte ein Mann.
Borkenhagen erklärte ausführlich, welche Faktoren für den
Trassenverlauf eine Rolle spielen. Dabei sprach er technokratisch
vom „Schutzgut Mensch“. Viele im Publikum fühlten sich allerdings
weniger geschützt als Flora und Fauna. Eine Frau fragte in
Anspielung auf Wildwechsel: „Sollen wir Kindern auf dem Schulweg
Geweihe aufsetzen?“
Äbtissin Barbara Taglang will gegen die Trasse „kämpfen wie eine
Löwin“. Sie sorgt sich ums Kloster, fragte, ob der Denkmalschutz
keine Rolle spiele. Und sie verwies auf die Bahnlinie, über die
täglich rund 340 Züge rollen, weiterer Krach sei unzumutbar. Die
Planer konterten, sie hätten an die Kunstschätze gedacht. Rechtlich
betrachtet spielten vorhandene Bahnlinien bei der Planung in Sachen
Lärm keine Rolle.
Andere Bürger beklagen den Wertverfall ihrer Grundstücke und
Häuser. Fischer antwortete: „Planungen führen zu keinem
Entschädigungsanspruch.“ Gabriele Parnow-Kloth macht sich Sorgen um
das Lüner Holz und um Ausweichmöglichkeiten bei Unfällen auf der
Autobahn. Diesen Einwand erhebt auch die Stadt.
Zum Lüner Holz erklärte Fischer, dass der Wald wieder
zusammengeführt wird, weil die Ostumgehung zurückgebaut werde.
Zudem sinke in diesem Bereich der Lärmpegel.
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