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Leserbrief „Taktischer Schachzug“ |
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vom 05.04.2006
Leserbrief „Taktischer Schachzug“
Diskussion um A39,
LZ-Berichte und Leserbriefe
A39-Protest. Leserbriefschreiber Paul F. Rudolph glaubt, die Planer
wollen die Billiglohnländer an den Norden anbinden.
Foto: A/t&w
Die aktuelle Diskussion um die Trassenführung der A39 geht am
eigentlichen Problem vorbei und spielt den Planern der
Autobahnlobby sogar noch in die Hände. Die jetzt vorgestellte
„Vorzugstrasse“ muss doch wohl als bewusst schreckliche taktische
Variante verstanden werden, um später die eigentlich angestrebte
„Westtrasse“ oder „Nordtrasse“ als das vermeintlich kleinere Übel
leichter durchsetzen zu können.
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Während Bürger und Politiker munter nach dem St. Florian-Prinzip
über den Trassenverlauf streiten, wird die entscheidende Frage
nicht gestellt. Wer braucht eigentlich diese Autobahn und wozu?
Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, worum es bei der A 39
wirklich geht. Nicht die Erschließung der Ostheide, nicht einmal
der Anschluss von VW in Wolfsburg steht im Vordergrund, sondern die
Schaffung einer durchgehenden Autobahnverbindung von den
tschechischen und slowakischen Billiglohnindustriezentren in die
großen Seehäfen.
Der deutsche Arbeitnehmer soll also mit Milliarden Steuergeldern
auch noch die Vernichtung seiner Arbeitsplätze unterstützen, von
der grandiosen Naturzerstörung ganz zu schweigen. Während Politiker
und IHK-Präsidenten noch von der A39 als Jobmaschine reden, sollten
sich die Mitarbeiter ortsansässiger Zulieferfirmen mal Gedanken
machen, ob dank dieser Autobahn ihre Arbeit nicht bald billiger in
Bratislava erledigt werden kann. Noch ist es nicht zu spät! Auch
ein Bundesverkehrswegeplan kann gendert werden. Anstatt dem jeweils
anderen die Autobahn vor die Haustür zu argumentieren, sollten alle
Bürger der Region vorgehen und allen Autobahnbefürwortern bei den
anstehenden Wahlen die rote Karte zeigen.
Paul F. Rudolph
Teichaue 32
21365 Adendorf
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