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vom 29.03.2006
Leserbrief „zur Anzeige der „Initiative Verantwortungsbewusster
Unternehmer der Region“ zur A 39 in der LZ vom 29.03.2006“:
Wenig Anklang der Arbeitgeber-Anzeige pro A 39
Angesichts der Betroffenheit vieler Menschen in unserer Region über die A
39, die sich quer durch Lüneburg und durch unsere Heimat schneiden soll,
wirkt es makaber und hohl, wenn eine sogenannte „Initiative
Verantwortungsbewusster Unternehmer der Region“ in einer ganzseitigen
Anzeige von einer „Zukunft für die Region“ durch die A 39 reden.
Ganz abgesehen davon, dass alle Studien der letzten Jahrzehnte zu den
Auswir-kungen von Autobahn-Neubauten die Behauptung widerlegen, eine A 39
würde „Arbeitsplätze sichern und neue schaffen“: Wer auf die A 39 setzt,
um „wettbewerbs-fähig zu bleiben“, dem fällt offenbar an
unternehmerischer Innovation überhaupt nichts anderes mehr ein, als
unsere Region schlecht zu reden. Gerade die A 39 mit ihrem kläglichen
Nutzen-Kosten-Verhältnis, deren Finanzierung ohnehin erst in 15 bis 20
Jahren stehen soll, wird ziemlich sicher dem Wettstreit der Lobbygruppen
um die immer knapperen Autobahnmittel zum Opfer fallen.
Wir brauchen deshalb statt ideologischer Autobahngläubigkeit eine
differenzierte Analyse der Stärken und Schwächen und daraus abgeleitet
eine gezielte Regionalentwicklung (z.B. Wertschöpfungsketten und
Kompetenzzentren für unsere starke Ernährungsindustrie, das
Sunfuel-Projekt in Uelzen, Ideen für attraktivere Kurorte, Standorte und
Wohnorte, Förderung von DSL-Anschlüssen, Ausbau von Bundesstraßen und
Nahverkehr, bessere Bildungseinrichtungen für unsere Kinder und
Jugendlichen). Genau für solche Projekte sind auch die angekündigten
EU-Ziel 1-Mittel einzusetzen – auf keinen Fall aber für ein
milliardenverschlingendes Prestigeobjekt einiger Politiker und
Funktionäre!
Der Arbeitgeberverband Lüneburg/Nordostniedersachsen, der hinter dieser
Anzeige steht, hatte seine 600 Mitglieder in einem internen Rundbrief am
22. März zur Beteiligung an dieser Anzeige aufgerufen, um „nicht erneut
den Gegnern der A 39 allein die öffentliche Diskussion zu überlassen“.
Von den 600 Mitgliedern des Arbeitgeberverbands haben aber lediglich 56
Unternehmen ihr Logo unter diese Anzeige gesetzt!
Wir bedanken uns bei den 540 Unternehmen, die bei dieser fragwürdigen
Aktion nicht mitgemacht haben. Übrigens haben vor einiger Zeit allein aus
dem Kreis Uelzen über 140 Unternehmer in Anzeigen ihre Absage an die A 39
und ihre Forderung nach Ausbau bestehender Verkehrswege bekundet...
Wir bedanken uns auch bei den Betriebsräten, die die ursprüngliche Pläne
der Arbeitgeber durchkreuzt haben, wonach die unterzeichnenden
Unternehmen missbräuchlich auch noch die Zahl ihrer Arbeitnehmer in ihrer
Anzeige anführen sollten – als ob die Arbeitnehmer automatisch für die
politischen Ziele ihrer Arbeitgeber benutzt werden könnten.
Der Arbeitgeber-Verband wäre gut beraten, wenn er das viele Geld für
seine geplanten 3 Folge-Anzeigen für sinnvolle Regionalprojekte spenden
würde...
Eckehard Niemann, Dachverband der 30 Bürgerinitiativen gegen die A 39,
Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel, 05823-1094
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