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Gifhorner Rundschau vom 31.03.2006
A-39: Aktenberg wächst
und wächst
Fraktionsübergreifende Freude bei den Parteien – Bürgerinitiativen: Immer
mehr Interesse am Klagefond
Von Barbara Benstem
Gifhorn. "Die Aktenlage ist
deutlich: 1,30 Meter hoch ist der Ordnerberg zur A 39 bisher. Und in
nächster Zeit könnten noch 120 weitere Ordner hinzu kommen. Dann kann die
Autobahn gebaut werden", konstatiert CDU-Fraktionschef Gisbert Sell.
Dass der Aktenberg zur A 39 weiter wächst, ist unstrittig – allerdings
nicht mit Ordnern und Planungsunterlagen der Landesbehörde für Straßenbau
und Verkehr, sondern auch durch die Proteste und Einwendungen von
Bürgerinitiativen und Einwohner. "Das Interesse am Klagefond gegen die A
39 wächst", freut sich Eckehard Niemann vom Dachverband der 30
Bürgerinitiativen gegen die A 39. "Die Bekanntgabe der Vorzugsvariante
hat den Widerstand gegen die milliardenteure Nonsens-Autobahn verstärkt.
Vor allem entlang dieser möglichen Trasse gibt es Protest." Am Tag nach
der Bekanntgabe der Vorzugsvariante (Rundschau berichtete), hatten die
Autobahngegner in 40 Orten Fackeln und Feuer entzündet, Straßenblockaden
errichtet und Mahnwachen veranstaltet. Das nächste große Treffen der
Bürgerinitiative Bromer Land ist am 5. April, 19.30 Uhr, in Tülau
(Gasthaus Weise).
Fraktionsübergreifend groß ist unterdessen in der Politik die Freude über
die Verkündung der Trassenführung. CDU-Fraktionsvorsitzender Sell wirf
den Grünen jahrelange Verunsicherung der Gifhorner Bevölkerung und
Panikmache vor. "Auch die Grünen im Rat wussten, dass wir mit dem B-Plan
Zur Laage II Fakten geschaffen hatten, die eine Gifhorn tangierende
Streckenführung nicht zuließen." Nach den Plänen der Landesbehörde wird
die A 39 aus Wittingen an Barwedel und Jembke vorbei zwischen Warmenau
und Weyhausen in die B 188 sowie die A 39 einmünden.
Sell: "Die Grünen haben Ängste geschürt. Wer so agiert, muss überlegen,
was er in einem verantwortungsbewusst agierenden Rat zu suchen hat."
Der SPD-Unterbezirk sieht die schnelle Arbeit von Verkehrsminister
Wolfgang Tiefensee und den Einsatz der Bundestagsabgeordneten Hubertus
Heil und Hans-Jürgen Uhl als Grund für die Entwicklung. "Jetzt sind wir
einen großen Schritt weiter", freut sich Unterbezirksvorsitzender Detlef
Tanke. Generalsekretär Hubertus Heil erklärt: "Eine Autobahn allein
bringt keine Arbeitsplätze. Aber ohne die A 39 wird es in unserer Region
langfristig noch schwieriger, Arbeit zu finden." Zusammengefasst gelte,
so die Sozialdemokraten, für den Großteil der Bürger im Landkreis: "A 39,
da fahrn‘ wir drauf ab."
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