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Nabu gegen A 22 als Container-Autobahn PDF Drucken E-Mail
Tageblatt vom 22.03.2006
Hier in der idyllischen Landschaft am Ostedeich bei Breitenwisch könnte eine A 22-Trasse entlangführen.
Foto: Witt

Nabu gegen A 22 als Container-Autobahn

Naturschutzbund Niedersachsen fordert Gesamtverkehrskonzept zum Jade Weser Port
Kreis Stade (mj). Der Naturschutzbund Nieder­sachsen (Nabu) lehnt den Bau der Küstenautobahn A 22 zum Umschlag der 2,7 Millionen Container beim Jade Weser Port, Wilhelmshaven, ab. Der Nabu Niedersachsen widerspricht damit der Forderung nach „beherztem Vorantreiben der Küstenautobahn“ durch den Vorsitzenden der Eurogate-Gruppe, Emanuel Schiffer. Hier wird das Land Niedersachsen aufgefordert, ein Verkehrskonzept zum Jade Weser Port und seine Auswirkungen auf den gesamten norddeutschen Raum vorzulegen, so der Nabu.
Hans-Jörg Helm, Nabu- Landesvorsitzender, erklärte: „Wo bleiben die 7500 Container pro Tag? Mit der Forderung nach der Küstenautobahn wird überdeutlich, dass allein die angelandeten Verkehre primär über die Straße transportiert werden sollen. Mit der geplanten A 22 wird erneut dem Straßenverkehr Vorrang vor dem umweltfreundlichen Schienenverkehr eingeräumt. Es muss ein Gesamtverkehrskonzept unter Einbeziehung ökologischer Belange her. Bislang unzerschnittene verkehrsarme Räume gilt es, zum Schutz der Bevölkerung und dem Erhalt unseres niedersächsischen Natur-Erbes, zu erhalten.“
Das dringend notwendige Gesamtverkehrskonzept müsse sich an dem Beschluss der gemeinsamen Konferenz der für Verkehr, Umwelt und Raumordnung zuständigen Minister und Senatoren von Bund und Ländern vom Februar 1992 in Nettetal orientieren, betonte Helm. „Bereits dort wurde festgelegt, dass die Rolle Deutschlands als Transitland Nummer 1 in Europa sowohl in Nord-Süd als auch in Ost-West-Richtung erhebliche finanzielle und ökologische Belastungen mit sich bringt. Zugleich bietet dies aber auch Chancen für die beispielhafte Schaffung eines ökologisch orientierten Verkehrssystems mit Investitionsschwerpunkt Schiene, so der damalige Beschluss“, betonte Helm.
Die A 22 degradiere die Region zwischen Elbe und Ems zur Transitstrecke für den skandinavischen und osteuropäischen Schwerlastverkehr. Vor dieser Entwicklung hat der Nabu bereits anlässlich des Genehmigungsverfahrens zum Wesertunnel gewarnt.
Helm weiter: „Die neue Autobahn wird mit einem weiteren Elbtunnel auch ohne Folgekosten schon mehr als zwei Milliarden Euro verschlingen – ein volkswirtschaftlicher Amoklauf und eine nicht zu verantwortende Hypothek für kommende Generationen.“
Vom Nabu Niedersachsen waren bereits wiederholt die fehlenden ausführlichen Darstellungen in den Planunterlagen zum Tiefwasserhafen gerügt worden. So wurden die Gesamtauswirkungen der Verkehrsströme bislang nicht betrachtet. Bisher wurde kein Verkehrskonzept erstellt, das eine Bewertung der Gesamtbelastung des Straßen- und Schienen-Netzes ermöglichen würde. Künftig notwendige Straßen- und Schienenausbauten sowie neue Trassenplanungen müssten dargestellt werden, um die Auswirkungen dieser Planung auf die Region zu erfassen. Ein Containerhafen in den bisher geplanten Dimensionen würde Auswirkungen auf die Verkehrsströme in ganz Norddeutschland nach sich ziehen, so dass ein Gesamtverkehrskonzept unter Einbeziehung ökologischer Belange vorgelegt werden müsste. Eine geeignete Schienenanbindung sowie eine konsequente Förderung der überwiegenden Abwicklung des Güterverkehrs über die Schiene müsste dabei deutlich hervorgehoben werden.
 
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