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Hans-Jörg Helm, Nabu- Landesvorsitzender, erklärte: „Wo bleiben die
7500 Container pro Tag? Mit der Forderung nach der Küstenautobahn
wird überdeutlich, dass allein die angelandeten Verkehre primär
über die Straße transportiert werden sollen. Mit der geplanten A 22
wird erneut dem Straßenverkehr Vorrang vor dem umweltfreundlichen
Schienenverkehr eingeräumt. Es muss ein Gesamtverkehrskonzept unter
Einbeziehung ökologischer Belange her. Bislang unzerschnittene
verkehrsarme Räume gilt es, zum Schutz der Bevölkerung und dem
Erhalt unseres niedersächsischen Natur-Erbes, zu erhalten.“
Das dringend notwendige Gesamtverkehrskonzept müsse sich an dem
Beschluss der gemeinsamen Konferenz der für Verkehr, Umwelt und
Raumordnung zuständigen Minister und Senatoren von Bund und Ländern
vom Februar 1992 in Nettetal orientieren, betonte Helm. „Bereits
dort wurde festgelegt, dass die Rolle Deutschlands als Transitland
Nummer 1 in Europa sowohl in Nord-Süd als auch in Ost-West-Richtung
erhebliche finanzielle und ökologische Belastungen mit sich bringt.
Zugleich bietet dies aber auch Chancen für die beispielhafte
Schaffung eines ökologisch orientierten Verkehrssystems mit
Investitionsschwerpunkt Schiene, so der damalige Beschluss“,
betonte Helm.
Die A 22 degradiere die Region zwischen Elbe und Ems zur
Transitstrecke für den skandinavischen und osteuropäischen
Schwerlastverkehr. Vor dieser Entwicklung hat der Nabu bereits
anlässlich des Genehmigungsverfahrens zum Wesertunnel gewarnt.
Helm weiter: „Die neue Autobahn wird mit einem weiteren Elbtunnel
auch ohne Folgekosten schon mehr als zwei Milliarden Euro
verschlingen – ein volkswirtschaftlicher Amoklauf und eine nicht zu
verantwortende Hypothek für kommende Generationen.“
Vom Nabu Niedersachsen waren bereits wiederholt die fehlenden
ausführlichen Darstellungen in den Planunterlagen zum
Tiefwasserhafen gerügt worden. So wurden die Gesamtauswirkungen der
Verkehrsströme bislang nicht betrachtet. Bisher wurde kein
Verkehrskonzept erstellt, das eine Bewertung der Gesamtbelastung
des Straßen- und Schienen-Netzes ermöglichen würde. Künftig
notwendige Straßen- und Schienenausbauten sowie neue
Trassenplanungen müssten dargestellt werden, um die Auswirkungen
dieser Planung auf die Region zu erfassen. Ein Containerhafen in
den bisher geplanten Dimensionen würde Auswirkungen auf die
Verkehrsströme in ganz Norddeutschland nach sich ziehen, so dass
ein Gesamtverkehrskonzept unter Einbeziehung ökologischer Belange
vorgelegt werden müsste. Eine geeignete Schienenanbindung sowie
eine konsequente Förderung der überwiegenden Abwicklung des
Güterverkehrs über die Schiene müsste dabei deutlich hervorgehoben
werden.
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