Ob die gesamte Trasse komplett neu gebaut wird oder bereits bestehende Straßen einbezieht, ist offen. " Wir müssen das Fahrrad ja nicht zweimal erfinden ", sagte Ministeriumssprecher Harald Kreibich. Denkbar ist damit eine Strecke, die sich an die B 71 zwischen Bergen / Dumme und Salzwedel und die B 190 über Arendsee und Seehausen anlehnt. Möglich ist aber auch eine Süd-Variante, die im Raum Wittingen auf die noch nicht festgelegte Linienführung der A 39 trifft, die B 248 und B 71 südlich von Salzwedel kreuzt und südlich von Osterburg auf die neue A 14 führt. Diese Variante hätte den Vorteil, dass die Fahrzeit von Salzwedel nach Stendal und weiter nach Magdeburg geringer wäre. Eine direkte Verbindung zwischen beiden großen Altmarkstädten, analog zur Bahnlinie, ist aber vom Tisch.
Nach Auskunft von Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre soll im Juli 2007 das rund sechsmonatige Raumordnungsverfahren eingeleitet werden. Darin würden auch städtebauliche, wirtschaftliche und raumordnerische Aspekte untersucht werden. Bislang seien lediglich nach dem Ausschlussverfahren Flächen ausgeklammert worden, wo das Konfliktpotenzial, beispielsweise aus ökologischen Gründen, zu groß ist, erklärte Kreibich. Eine Vorzugsvariante existiere bislang noch nicht.
Dem Raumordnungsverfahren schließen sich die Entwurfsplanung und das Planfeststellungsverfahren an. Als Baustart für die B 190 n erscheint Ende 2008 / Anfang 2009 realistisch. Das Ministerium rechnet mit einem Verkehrsaufkommen von täglich 19 000 Fahrzeugen. Der komplette " Hosenträger " soll 2015 fertig gestellt sein.
Nachdem der Lkw-Verkehr auf der B 71 jüngst aus subjektiver Sicht wieder deutlich zugenommen hat, ist hier eine Entlastung in Sicht. In den nächsten Wochen sollen neue Verkehrsschilder aufgestellt werden, die den Transitverkehr verbieten. Denn seit Februar ist das sachsen-anhaltische Modellprojekt durch ein Bundesgesetz gedeckt. "Für die Kontrolle des Verkehrs sind aber nicht wir, sondern die Polizei zuständig", sagte Harald Kreibich. |