ml Erbstorf. Nach CDU und Grünen haben nun auch die Sozialdemokraten ihren Kandidaten für die Landratswahl aufs Schild gehoben. Mit großer Mehrheit nominierten gestern Abend im Erbstorfer Lim's die Delegierten der SPD-Wahlgebietskonferenz im Unterbezirk Lüneburg den einzigen Bewerber Manfred Nahrstedt.
Der Landtagsabgeordnete und Fraktionschef im Kreistag erhielt 55 der 58 abgegebenen Stimmen und wird am 10. September gegen den Ersten Kreisrat Dr. Stefan Porwol (CDU) und Miriam Staudte (Grüne) antreten. Die FDP will erst beim Kreisparteitag am 1. März entscheiden, ob, und wenn ja, wen sie ins Rennen schickt. „Ich gehe davon aus, dass wir einen Kandidaten nominieren“, sagte gestern FDP-Kreisverbandsvorsitzender Jens-Peter Hecht. Die Unabhängigen haben sich bislang noch nicht festgelegt, welchen Bewerber sie unterstützen.
Als erste gratulierten Nahrstedt zur Wahl Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, nach dem Telenovela-Zuschlag als „Rosenkavalier“ begrüßt, und Wolfgang Schurreit. Bis 1996 war der Sozialdemokrat ehrenamtlicher Landrat, bevor Franz Fietz (CDU) ihn als erster hauptamtlicher Chef der Kreisverwaltung ablöste.
Mit einer betont sachlichen Rede hatte Nahrstedt die Genossen zuvor auf Geschlossenheit und Disziplin im kommenden Wahlkampf eingeschworen. „Es geht um nichts anderes als den Wettbewerb der guten Ideen, der wichtigen Themen und klaren Botschaften mit verantwortlichen Personen“, sagte Nahrstedt. „Und eines ist klar: Die SPD ist gut aufgestellt.“
Daran ließ auch der prominenteste Gast keinen Zweifel. „Viele Hamburger Familien sind dank verfehlter CDU-Politik in Lüneburg besser aufgehoben“, so Dr. Mathias Petersen, SPD-Landeschef in der Hansestadt. „Hamburg erhöht die Gebühren, Lüneburg schafft neue Kindergartenplätze.“ Zudem mahnte er eine enge Kooperation in der Metropolregion an, ohne jedoch dem bereits diskutierten Kunstgebilde Nordstaat das Wort zu reden.
Und Nahrstedt ist bereit, diesen Kurs zu steuern. „Ich weiß, dass ich es kann“, erklärte der 57-jährige Sozialpädagoge. Zudem versprach er: „Autoritäre Politik nach Excel-Tabelle wird es mit mir nicht geben.“
Den Hamburger Hafen mit zweistelligen Zuwachsraten im Blick will Nahrstedt „gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Transport- und Logistikunternehmen in Lüneburg zusammenfassen“. Erforderlich seien dafür der Ausbau des Elbe-Seitenkanals, drittes Gleis und Autobahn 39 – „auch wenn Land und Bund entscheiden: Ich setze mich dafür ein.“
Den Schulterschluss mit der Stadt will Nahrstedt auch in anderen Bereichen suchen. „Das alte Leitmotiv 'Stadt und Land Hand in Hand' muss wiederbelebt werden.“
Erweitern will er zudem das Angebot an Ganztagsschulen bei allen Schulformen und an allen Standorten. Nur so lasse sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Und Familienfreundlichkeit ist für Nahrstedt ein wesentlicher Zukunftsfaktor. „Wir sind einzige Zuzugsregion Niedersachsens und das soll so bleiben.“ Deshalb will der 57-Jährige auch als Landrat den Gemeinden beim Bau von Kindergärten und Krippen weiterhin helfen.
Und noch ein Ziel liegt Nahrstedt am Herzen: der Umbau der Kreisverwaltung zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb. Den passenden Slogan hatte der SPD-Kandidat bereits parat: „Die Akte muss wandern, nicht der Bürger.“
|