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11.08.10 - 18:00 Uhr
Umweltverein Gellersen e. V.
Zukunftsfaktoren fördern statt Autobahnen fordern PDF Drucken E-Mail
Wenn der Kreis Uelzen im Zukunftsatlas des Prognos-Instituts auf Platz 320 (von insgesamt 439 Kreisen) eingereiht wird und ihm gewisse „Zukunftsrisiken“ bescheinigt werden, dann ist das Anlass für eine Standortbestimmung. Richtig die Hinweise in der AZ auf die Bündelung und den gezielten Ausbau von Verwaltungs-Service, von Ernährungsindustrie (Kartoffelveredlung), Gesundheitsbranche, von Tourismus und pfiffigen Kulturangeboten.

Irreführend dagegen der Vergleich unserer relativ gut erschlossenen Region mit „Hintertupfing“ durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Reese Unter den betrachteten Indikatoren der Prognos-Studie ist die verkehrliche Erreichbarkeit ohnehin nur einer von insgesamt 29 Punkten. Eine Autobahn nützt wenig: auf der Landkarte des Zukunftsatlas findet man entlang der Autobahnen starke und schwache Kreise - etwa gleichrangig mit Uelzen solche „Autobahnkreise“ wie Ostholstein, Lübeck, Neumünster, Kassel, Delmenhorst oder Northeim – ganz zu schweigen von vielen Kreisen in den neuen Ländern. Gifhorn dagegen (ohne A 39) rangiert weit vorn auf Platz 30 mit „hohen Zukunftschancen“.


Es muss also an anderen Faktoren liegen, wenn eine Region zukunftsfähig ist: Hier nennt die Prognos-Studie u.a.: Intensität von Unternehmens-Gründungen, Beschäftigungsdynamik in Zukunftsbranchen und im Dienstleistungsbereich, Forschung und Entwicklung, Patent-Intensität, Kaufkraft, Kriminalitätsrate, stabile soziale Bedingungen, Gestaltungsquote kommunaler Haushalte, Anteil der Arbeitsplätze an der Zahl der Einwohner.

Der Kreis Uelzen ist in diesem Zusammenhang sogar deutlich unterbewertet durch den angelegten Maßstab „Anteil der 18- bis 30-Jährigen an der Gesamtbevölkerung“. Man verkennt, das unser Landkreis gerade auch attraktiv sein will für ältere Menschen (mit z.T. hoher Kaufkraft), die ihren Wohnsitz z.B. bewusst nach Bad Bevensen verlegen. Auch dies eine Zukunftsbranche, die man nicht durch die A 39 gefährden darf!

Unser Kreis könnte hinsichtlich der Attraktivität für junge Erwachsene und Kinder noch viel tun. Leider nicht aufgeführt und bewertet sind in der Prognos-Studie die „weichen Standortfaktoren“ für Innovationen und Investitionen, z.B. eine lebenswerte Umwelt, Ideenschmieden mit pfiffigen Vernetzungen oder eine lebendige Kulturszene. Packen wir das alles gezielt (!) an, auch einen schnellen und bedarfsgerechten Ausbau vorhandener Verkehrswege - aber machen wir Schluss mit dem autobahn-dienlichen Schlechtreden unserer patenten und potenten Region!

 
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