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Zukunftsfaktoren fördern statt Autobahnen fordern |
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Wenn der Kreis Uelzen im Zukunftsatlas des Prognos-Instituts auf
Platz 320 (von insgesamt 439 Kreisen) eingereiht wird und ihm gewisse
„Zukunftsrisiken“ bescheinigt werden, dann ist das Anlass für eine
Standortbestimmung. Richtig die Hinweise in der AZ auf die Bündelung
und den gezielten Ausbau von Verwaltungs-Service, von
Ernährungsindustrie (Kartoffelveredlung), Gesundheitsbranche, von
Tourismus und pfiffigen Kulturangeboten.
Irreführend dagegen
der Vergleich unserer relativ gut erschlossenen Region mit
„Hintertupfing“ durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Reese Unter den
betrachteten Indikatoren der Prognos-Studie ist die verkehrliche
Erreichbarkeit ohnehin nur einer von insgesamt 29 Punkten. Eine
Autobahn nützt wenig: auf der Landkarte des Zukunftsatlas findet man
entlang der Autobahnen starke und schwache Kreise - etwa gleichrangig
mit Uelzen solche „Autobahnkreise“ wie Ostholstein, Lübeck, Neumünster,
Kassel, Delmenhorst oder Northeim – ganz zu schweigen von vielen
Kreisen in den neuen Ländern. Gifhorn dagegen (ohne A 39) rangiert weit
vorn auf Platz 30 mit „hohen Zukunftschancen“.
Es muss also an
anderen Faktoren liegen, wenn eine Region zukunftsfähig ist: Hier nennt
die Prognos-Studie u.a.: Intensität von Unternehmens-Gründungen,
Beschäftigungsdynamik in Zukunftsbranchen und im
Dienstleistungsbereich, Forschung und Entwicklung, Patent-Intensität,
Kaufkraft, Kriminalitätsrate, stabile soziale Bedingungen,
Gestaltungsquote kommunaler Haushalte, Anteil der Arbeitsplätze an der
Zahl der Einwohner.
Der Kreis Uelzen ist in diesem
Zusammenhang sogar deutlich unterbewertet durch den angelegten Maßstab
„Anteil der 18- bis 30-Jährigen an der Gesamtbevölkerung“. Man
verkennt, das unser Landkreis gerade auch attraktiv sein will für
ältere Menschen (mit z.T. hoher Kaufkraft), die ihren Wohnsitz z.B.
bewusst nach Bad Bevensen verlegen. Auch dies eine Zukunftsbranche, die
man nicht durch die A 39 gefährden darf!
Unser Kreis könnte
hinsichtlich der Attraktivität für junge Erwachsene und Kinder noch
viel tun. Leider nicht aufgeführt und bewertet sind in der
Prognos-Studie die „weichen Standortfaktoren“ für Innovationen und
Investitionen, z.B. eine lebenswerte Umwelt, Ideenschmieden mit
pfiffigen Vernetzungen oder eine lebendige Kulturszene. Packen wir das
alles gezielt (!) an, auch einen schnellen und bedarfsgerechten Ausbau
vorhandener Verkehrswege - aber machen wir Schluss mit dem
autobahn-dienlichen Schlechtreden unserer patenten und potenten Region! |