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Ehrlichkeit zugunsten unserer Region |
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Eine starke und moderne Agrar- und Ernährungswirtschaft ist eine der
ganz wesentlichen wirtschaftlichen Stärken unserer Region. Mit der
gezielten Ansiedlung weiterer verwandter Firmen kann dieser „Cluster“
(Kern) sicher noch weiter im Sinne einer vernetzten
„Wertschöpfungskette“ ausgebaut werden. Hierzu gehört vor allem auch
die Schaffung von weiteren Infrastruktur-Einrichtungen, wie z.B. von
Forschungs- und Ausbildungs-Einrichtungen, von Think-Tanks,
Innovations- und Denkschmieden. Ein erster Ansatz dazu kann z.B. das
„Kartoffelnetz“ werden.
Hierzu gehören aber auch weiche
Standortfaktoren, wie z.B. eine lebendige und liebenswerte Umgebung mit
Naherholung, außerdem ein quirlig-lebendiges und anregendes kulturelles
Umfeld mit Querdenkern, mit Diskussions- und Begegnungsmöglichkeiten.
Gute
Bedingungen also für unsere Heide-Region. Im Kontrast dazu stehen viele
Aussagen der heimischen Industrie- und Handelskammer, die
offensichtlich mit einem Schlechtreden unserer angeblich „rückständigen
Region“ den Neubau der A 39 herbeireden möchte. Sie verschweigt dabei
unsere wirklichen Stärken und vergisst, dass die A 39 allenfalls erst
in 10 bis 15 Jahren da wäre. Bis dahin würde eine Debatte um unsere
wirklichen Entwicklungs-Chancen gelähmt und auf ein völlig falsches
Gleis geschoben!
Dass diese „Nonsens-Autobahn“ A 39 viele
weiche Standortfaktoren zerstören würde, ist offensichtlich. Dass sie
wirklich überflüssig ist, beweisen nicht nur die vom
Bundesverkehrsministerium finanzierten Studien „Verkehrsuntersuchungen
Nord-Ost“ (VUNO). Das Bonner Beratungsunternehmen AFC Consultans
International hat jetzt 200 Geschäftsführer und Inhaber der wichtigsten
Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie zu deren
Investitionsplänen befragt.
Dabei die „verkehrsmäßige
Anbindung“ ein absolut nachrangiger Standortfaktor. Eigentlich kein
Wunder bei der bereits relativ guten Erschließung unserer (und auch der
meisten anderen) Regionen. Die Unternehmen, die eine Verlagerung ihres
Betriebs oder von Teilen davon beabsichtigen (das sind je nach Größe 3
bis 18 %), gaben als Gründe an: Erschließung neuer Absatzmärkte im
Rahmen der EU-Osterweiterung, Schaffen einer flächendeckenden Präsenz,
Dezentralisierung zur Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse, niedrige
Lohnkosten, Verfügbarkeit günstiger Flächen, niedrige Steuersätze,
qualifizierte Arbeitskräfte, bessere Rohstoffbasis und hohe
Fördermittel. Die „verkehrsmäßige Anbindung“ wurde z.B. in der Fleisch-
und in der Milchbranche nur zu 3 % genannt (DLG-Mitteilungen 5/04).
Wenn
viele unserer Unternehmen trotzdem eine A 39 befürworten, liegt sicher
daran, dass man ein steuerfinanziertes Gratisgeschenk nicht unbedingt
ablehnt. Es liegt sicher auch an dem Druck der IHK-Propaganda. Bei
Befragungen haben trotzdem etliche große und viele kleinere Unternehmen
deutlich gesagt, dass sie die A 39 nicht bräuchten. Für diese
realistische Ehrlichkeit zugunsten unserer Region hier einmal
herzlichen Dank! |