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11.08.10 - 18:00 Uhr
Umweltverein Gellersen e. V.
Ehrlichkeit zugunsten unserer Region PDF Drucken E-Mail
Eine starke und moderne Agrar- und Ernährungswirtschaft ist eine der ganz wesentlichen wirtschaftlichen Stärken unserer Region. Mit der gezielten Ansiedlung weiterer verwandter Firmen kann dieser „Cluster“ (Kern) sicher noch weiter im Sinne einer vernetzten „Wertschöpfungskette“ ausgebaut werden. Hierzu gehört vor allem auch die Schaffung von weiteren Infrastruktur-Einrichtungen, wie z.B. von Forschungs- und Ausbildungs-Einrichtungen, von Think-Tanks, Innovations- und Denkschmieden. Ein erster Ansatz dazu kann z.B. das „Kartoffelnetz“ werden.

Hierzu gehören aber auch weiche Standortfaktoren, wie z.B. eine lebendige und liebenswerte Umgebung mit Naherholung, außerdem ein quirlig-lebendiges und anregendes kulturelles Umfeld mit Querdenkern, mit Diskussions- und Begegnungsmöglichkeiten.


Gute Bedingungen also für unsere Heide-Region. Im Kontrast dazu stehen viele Aussagen der heimischen Industrie- und Handelskammer, die offensichtlich mit einem Schlechtreden unserer angeblich „rückständigen Region“ den Neubau der A 39 herbeireden möchte. Sie verschweigt dabei unsere wirklichen Stärken und vergisst, dass die A 39 allenfalls erst in 10 bis 15 Jahren da wäre. Bis dahin würde eine Debatte um unsere wirklichen Entwicklungs-Chancen gelähmt und auf ein völlig falsches Gleis geschoben!

Dass diese „Nonsens-Autobahn“ A 39 viele weiche Standortfaktoren zerstören würde, ist offensichtlich. Dass sie wirklich überflüssig ist, beweisen nicht nur die vom Bundesverkehrsministerium finanzierten Studien „Verkehrsuntersuchungen Nord-Ost“ (VUNO). Das Bonner Beratungsunternehmen AFC Consultans International hat jetzt 200 Geschäftsführer und Inhaber der wichtigsten Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie zu deren Investitionsplänen befragt.

Dabei die „verkehrsmäßige Anbindung“ ein absolut nachrangiger Standortfaktor. Eigentlich kein Wunder bei der bereits relativ guten Erschließung unserer (und auch der meisten anderen) Regionen. Die Unternehmen, die eine Verlagerung ihres Betriebs oder von Teilen davon beabsichtigen (das sind je nach Größe 3 bis 18 %), gaben als Gründe an: Erschließung neuer Absatzmärkte im Rahmen der EU-Osterweiterung, Schaffen einer flächendeckenden Präsenz, Dezentralisierung zur Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse, niedrige Lohnkosten, Verfügbarkeit günstiger Flächen, niedrige Steuersätze, qualifizierte Arbeitskräfte, bessere Rohstoffbasis und hohe Fördermittel. Die „verkehrsmäßige Anbindung“ wurde z.B. in der Fleisch- und in der Milchbranche nur zu 3 % genannt (DLG-Mitteilungen 5/04).

Wenn viele unserer Unternehmen trotzdem eine A 39 befürworten, liegt sicher daran, dass man ein steuerfinanziertes Gratisgeschenk nicht unbedingt ablehnt. Es liegt sicher auch an dem Druck der IHK-Propaganda. Bei Befragungen haben trotzdem etliche große und viele kleinere Unternehmen deutlich gesagt, dass sie die A 39 nicht bräuchten. Für diese realistische Ehrlichkeit zugunsten unserer Region hier einmal herzlichen Dank!

 
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