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vom 20.02.2009

„Flüsterasphalt“ und „Blitzer“

Lärmschutz auf der Ostumgehung im Bereich Moorfeld soll verbessert werden – BI skeptisch

Von Autor as Lüneburg
Zwar ist der Bau der umstrittenen A39 noch Zukunftsprojekt, doch schon heute fahren mehr als 40 000 Fahrzeuge über die Ostumgehung. Deshalb fordert die Bürgerinitiative Lüne-Moorfeld seit längerem besseren Lärmschutz, heute Abend will die BI bei einer Veranstaltung im Lokal "Lims´s"  über die rechtlichen Möglichkeiten informieren. Stadt, Kreis und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr(NLStBV) legen nun vor:Mit "Flüsterasphalt" und einem "zusätzlichen Blitzer" soll der Lärmschutz im Bereich Moorfeld verbessert werden.
In einer gemeinsamen Presseerklärung kündigen sie an: Da die beiden Fahrstreifen in Richtung Uelzen im Bereich Moorfeld in diesem Jahr saniert werden müssen, werde offenporiger Asphaltbeton - "Flüsterasphalt" - eingebaut. "Der soll den Verkehrslärm verringern", sagt Annette Padberg von der NLStBV. Normalerweise müsse für diese Arbeiten das Ergebnis des ergänzenden Planfeststellungsverfahrens abgewartet werden, um den Einbau des "Flüsterasphalts" rechtlich abzusichern . "Da dieses Verfahren aber Zeit in Anspruch nimmt, wollen wir schon durch die erforderliche Sanierung die Situation vorort verbessern".
Laut ihrem Kollegen Jürgen Rentsch, Fachbereichsleiter Bau und Betrieb, werden insgesamt 3,5 km Fahrbahn saniert. Los geht es rund 500 m hinter der Abfahrt Nord Richtung Uelzen. "Im Bereich Moorfeld werden 1090 m Flüsterasphalt verlegt, der ca 50 Prozent mehr kostet als normaler Asphalt." Die Arbeiten sollen während der Sommerferien laufen.
Der Landkreis plant außerdem, zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Lüneburg-Lüne/Stadtmitte in Richtung Uelzen einen zusätzlichen Blitzer aufzustellen. Kreisrätin Monika Scherf:" Bei mobilen Messungen haben wir in diesem Bereich immer wieder erhöhte Geschwindigkeiten festgestellt." Auch Unfälle seien darauf zurückzuführen. "Die Zahl wollen wir durch den Blitzer verringern. Nebeneffekt wäre eine Lärmreduzierung."
Oberbürgermeister Ulrich Mädge stellt aber klar: "Kommt die A39, muss noch mehr passieren. Im Bereich Moorfeld muss eine Deckelung über die Fahrbahn." Diese werde von der Landesbehörde bei der Planaufstellung "als eine ernsthafte Alternative geprüft".
Dass der Deckel ernsthaft kommt, glaubt die Bürgerinitiative nicht. "Deshalb muss der Lärmschutz schon jetzt festgezurrt werden", sagt Sprecher Jens-Peter Fiedler. "Wir sind froh, dass was passiert." Denn Stadtrat und Kreistag hätten bereits im vergangenen Jahr Beschlüsse gefasst, dass der Lärmschutz verbessert werden sollte, "allerdings haben wir dann nichts mehr von konkreten Umsetzungsvorschlägen gehört."
Der "Flüsterasphalt" sei eine schnelle Maßnahme zur Verbesserung des Lärmschutzes. "Wir sehen das dennoch kritisch. Denn einerseits ist das keine wirkungsvolle Dauerlösung, da dieser Asphalt auch verschleißt. Andererseits bleiben weiter Motorgeräusche, und Immissionen wie der CO2-Ausstoß und der Feinstaub werden dadurch nicht reduziert", sagt Fiedler. "Wir fordern die Umsetzung optimaler und effektiver Emissionsschutzmaßnahmen."
Für die Aufstellung eines "Starenkastens" habe die BI schon vor 2 Jahren plädiert, sie begrüße nun diesen Schritt. Fiedler meint aber auch: "Dieser und der Blitzer auf der anderen Seite müssten ständig in Betrieb sein, damit die Verkehrsteilnehmer wirklich vom Gas gehen." Allerdings habe das für LKW, die besonders viel Lärm verursachten, keinen Effekt, da die sowieso nur maximal Tempo 80 fahren dürften.
 
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