| vom 24.01.2009 Suche nach Konzepten VCD-Vorsitzender informierte über Mobilität in der Region Referent Michael Frömming und Veranstalter Christian Klie (von links) widmeten sich im Kurhaus den Themen Verkehr und Autobahnbau Foto: Bautsch-Ludolfs
Von Ute Bautsch-Ludolfs Bad Bevensen. „Wir stoßen auf Fragen, die wir nicht beantworten können. Bleibt das alles so, wenn Politiker sagen, Bad Bevensen ist verkehrsmäßig gut angebunden? Keine Anbindung an den HVV, Bahngleise werden abgebaut. Wo geht die Reise hin? Wo sind die Konzepte?“ Mit diesem Fragen-Komplex eröffnete Christian Klie, Sprecher der Bürgerinitiativen in der Samtgemeinde Bevensen gegen die A 39, einen gut besuchten Vortrags- und Gesprächsabend im Kurhaus Bad Bevensen. Gewandter Referent des Abends war Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Niedersachsen, einem Umwelt- und Verbraucherverband für eine umweltfreundliche, sichere und gesunde Mobilität
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| Bahnstrecke wird verschrottet“, auf die AZ-Schlagzeile vom Mittwoch ging er gleich gezielt ein. „Wenn so was passiert, hat man den Zug nicht erkannt, das ist unverantwortlich, lasst die Infrastruktur da liegen“, appellierte er. Über Klimawandel und Verkehr kam er schnell auf den Wandel im Mobilitätsverhalten zu sprechen und verblüffte mit aktuellen Zahlen. „Die Zahl der Wege, die die Menschen zurücklegen, hat sich nicht geändert. Jedoch werden die Wege immer länger, die Verkehrsmittelwahl hat sich geändert und der Anteil der Autofahrten nimmt zu“, so Frömming.
Gerade hinsichtlich der Autonutzung verdeutlichte er, dass die durchschnittliche Auslastung von Pkws 1,5 Personen pro Auto betrage, die Hälfte aller Autofahrten kürzer als sechs Kilometer seien und fünf Prozent sogar kürzer als einen Kilometer. Der Güterverkehr werde zu 70 Prozent über Lkws abgewickelt. Der Blick des Verkehrsclubs richtet sich auf den Bahnverkehr. Schlagwortartig informierte Frömming, dass seit 1954 rund 3000 Kilometer Bahnstrecken für den Personenverkehr in Niedersachsen verschwunden seien und der Bahnverkehr auf wenigen Hauptachsen läge, die abseitigen Regionen vernachlässigt würden. Beim Thema A 39 ging es dann um den aktuellen Stand, Bausummen und Fotos von den Landschaftsveränderungen durch den Autobahnbau im Südabschnitt. Michael Frömming stellte klare Folgerungen, Forderungen und Perspektiven auf: „Nein zur A 39“, „Ausbau des alternativen Schienenverkehrs auf bestehenden Strecken“. Kurz gefasst: „Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, Verkehr effizienter machen.“ Eine Diskussion kam anschließend nicht auf, vielmehr gab es vielerlei Stellungnahmen aus dem Publikum heraus, zu denen sich Frömming sachlich äußerte.
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