| Für Kammerpräsident Gernot Schmidt ist dieses klare Ergebnis einer Drei-Viertel-Mehrheit nicht überraschend: „Man braucht sich doch nur die wirtschaftliche Entwicklung entlang der A 7 anzuschauen. Oder die dynamische Entwicklung Lüneburgs durch die verbesserte Autobahn-Anbindung an Hamburg. Niemand würde doch heute etwa auf die absurde Idee kommen, die A 250 wieder zurückzubauen.“ Viele Handwerksunternehmen könnten ihre wichtigen Dienstleistungs-, Service- und Versorgungsfunktionen nur anbieten, wenn der Kunde oder die Baustelle schnell erreichbar seien. Längere Anfahrtswege und zeitliche Verzögerungen durch Staus würden hingegen zusätzliche Kosten verursachen. „Für einen Lüneburger mag die geplante A39 bis nach Wolfsburg auf den ersten Blick nicht ganz so wichtig erscheinen, da zumindest an Hamburg bereits eine gute Anbindung besteht. Ein Uelzener sieht das schon ganz anders“, so Schmidt. Die Handwerkskammer habe die Verbesserung der Infrastruktur im gesamten Kammerbezirk im Blick, dabei spielten Autobahnen eine wichtige Rolle. Vorrangige Projekte, die nun ohne Verzögerungen realisiert werden müssten, seien die Küstenautobahn A 22, die A 26 von Stade nach Hamburg sowie die A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg. Auch Kammerhauptgeschäftsführer Norbert Bünten bekräftigt die hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung der Autobahnen: „Die aktuell noch bestehenden gravierenden Mängel in der Verkehrsinfrastruktur sind ein Standortortdefizit, das wir uns nicht länger leisten sollten. Unsere Region steht im Wettbewerb mit anderen Regionen, und dieser Wettbewerb wird an Intensität weiter zunehmen.“ Selbstverständlich müsse beim Bau neuer Autobahnen alles getan werden, um Konfliktpotenziale zu minimieren. Mit Blick auf die Beschäftigten im Handwerk, die häufig berufsbedingt im Auto unterwegs seien, führt Bünten ein weiteres Argument ins Feld: „In punkto Verkehrssicherheit schneiden Autobahnen deutlich besser ab als Bundes- oder Landstraßen.“ Leider werde dieser Aspekt in der Diskussion um das Für und Wider von Autobahnen zumeist ausgeblendet. Dabei sei man den vielen Berufstätigen, die tagtäglich auf überlasteten und teilweise gefährlichen Bundesstraßen unterwegs sind, entsprechende Antworten schuldig.
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