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A 33: Haus und Hof verplant |
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Quelle: Neue Westfälische vom 20.01.2005
Siegfried und Hanna Hambrink bangen um ihre Zukunft Von Alexandra Buck
Brackwede. Sein Land und seine beiden Häuser an der Winterstraße werden
wahrscheinlich unter Asphalt verschwinden. Wann das passiert und was
die Autobahnplaner vom Landesbetrieb Straßenbau ihm zahlen werden, weiß
Siegfried Hambrink nicht. Noch sei er gelassen, sagt der ehemalige
Erdbeerbauer, „erst wenn die Möbelwagen wirklich vor der Tür stehen,
wird es hart“.
Siegfried Hambrink ist an der Winterstraße 59 groß geworden. Schon
seine Urgroßeltern lebten auf dem von haushohen Eichen umrahmten Hof.
Liebevoll gehegt und gepflegt habe er das Haus. Die Wände sind
inzwischen verklinkert und einen Teich hat der 71-jährige angelegt.
Seit kurzem zieht in dem Gewässer ein kleiner Hecht seine Bahnen und
seit Jahren leben und mehren sich dort unzählige Frösche. „Werte wie
Heimat und uralter Baumbestand kommen einfach nicht mehr zum Tragen“,
sagt der Hobby-Pilot und blickt wehmütig aus dem Fenster auf seine
ehemaligen Erdbeerfelder.
Anfangs sollte das Autobahnkreuz 130 Meter östlich des Hambrink-Hofes
gebaut werden. Zwei Hektar Land wären Siegfried Hambrink und seiner
Frau Hanna (67) in diesem Fall immerhin noch geblieben. Damit könne er
durchaus leben. „Wenigstens bleibt dann ein wenig heimatlicher Boden
übrig.“
Auf dem ursprünglich für das Kleeblatt aus A 33 und OWD verplanten
Areal befindet sich jedoch ein Biotop. Dessen vielfältige Flora und
Fauna veranlasste die Straßenplaner, das Kreuz zu verschieben –
dorthin, wo der Hof Hambrink steht. „Wir sind scheinbar weniger wert
als die Lurche“, fürchtet Hambrink.
Auch glaubt er nicht, angemessen entschädigt zu werden. „Wir werden
wesentlich weniger bekommen, als die Grundstücksinhaber des anliegenden
Industriegebiets.“ Die Werte sollten angeglichen werden, findet
Siegfried Hambrink. Derzeit prüft die Planungsbehörde, der
Landesbetrieb Straßenbau NRW, Hambrinks Hof zu verschonen. Unter dem
südlichen der vier Autobahnkreuz-Kleeblätter würde sein haus
verschwinden. Jenes könnte eventuell verkleinert werden.
Montag war das Ehepaar zur Privat-Erörterung geladen. Einer von etwa 35
Einzelterminen für Menschen, die vom bau der Asphaltschneise in dem
Gebiet zwischen B 61 und Autobahn 2 am stärksten getroffen werden.
„Unsere Zukunft wurde dort besprochen“, sagt Hanna Hambrink. In
Begleitung zweier Juristen und mit der Tochter saßen sie einer sechsköpfigen Delegation
des Landesstraßenbauamtes NRW gegenüber und äußerten ihren größten
Wunsch: den Erhalt des alten Hofes an der Winterstraße. Die
ursprünglich geplante Trassenführung – 130 Meter weiter östlich – solle
wieder zum Tragen kommen, wünschen dich die Hambrinks. So bliebe der
Hof verschont. „Ob überhaupt, wie und wann – Konkretes haben wir nicht
erfahren“, sagt Siegfried Hambrink. Am 26.Januar sind alle
Einzelgespräche beendet. Dann wird wieder geprüft und ausgewertet.
In sechs bis zwölf Monaten bekommen Hambrinks Bescheid. „Jetzt harren
wird der Dinge, unser Schicksal liegt in fremden Händen“, sagt
Siegfried Hambrink zerknirscht und hofft bis dahin. Dass der Ort, an
dem er aufwuchs bleibt, wie er ist.
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