Startseite arrow Schutz- und Klagefond arrow Infos und Artikel arrow A 33: Haus und Hof verplant
Nächste Termine
11.08.10 - 18:00 Uhr
Umweltverein Gellersen e. V.
A 33: Haus und Hof verplant PDF Drucken E-Mail
Quelle: Neue Westfälische vom 20.01.2005

Siegfried und Hanna Hambrink bangen um ihre Zukunft
Von Alexandra Buck

Brackwede. Sein Land und seine beiden Häuser an der Winterstraße werden wahrscheinlich unter Asphalt verschwinden. Wann das passiert und was die Autobahnplaner vom Landesbetrieb Straßenbau ihm zahlen werden, weiß Siegfried Hambrink nicht. Noch sei er gelassen, sagt der ehemalige Erdbeerbauer, „erst wenn die Möbelwagen wirklich vor der Tür stehen, wird es hart“.

Siegfried Hambrink ist an der Winterstraße 59 groß geworden. Schon seine Urgroßeltern lebten auf dem von haushohen Eichen umrahmten Hof. Liebevoll gehegt und gepflegt habe er das Haus. Die Wände sind inzwischen verklinkert und einen Teich hat der 71-jährige angelegt. Seit kurzem zieht in dem Gewässer ein kleiner Hecht seine Bahnen und seit Jahren leben und mehren sich dort unzählige Frösche. „Werte wie Heimat und uralter Baumbestand kommen einfach nicht mehr zum Tragen“, sagt der Hobby-Pilot und blickt wehmütig aus dem Fenster auf seine ehemaligen Erdbeerfelder.

Anfangs sollte das Autobahnkreuz 130 Meter östlich des Hambrink-Hofes gebaut werden. Zwei Hektar Land wären Siegfried Hambrink und seiner Frau Hanna (67) in diesem Fall immerhin noch geblieben. Damit könne er durchaus leben. „Wenigstens bleibt dann ein wenig heimatlicher Boden übrig.“

Auf dem ursprünglich für das Kleeblatt aus A 33 und OWD verplanten Areal befindet sich jedoch ein Biotop. Dessen vielfältige Flora und Fauna veranlasste die Straßenplaner, das Kreuz zu verschieben – dorthin, wo der Hof Hambrink steht. „Wir sind scheinbar weniger wert als die Lurche“, fürchtet Hambrink.

Auch glaubt er nicht, angemessen entschädigt zu werden. „Wir werden wesentlich weniger bekommen, als die Grundstücksinhaber des anliegenden Industriegebiets.“ Die Werte sollten angeglichen werden, findet Siegfried Hambrink. Derzeit prüft die Planungsbehörde, der Landesbetrieb Straßenbau NRW, Hambrinks Hof zu verschonen. Unter dem südlichen der vier Autobahnkreuz-Kleeblätter würde sein haus verschwinden. Jenes könnte eventuell verkleinert werden.

Montag war das Ehepaar zur Privat-Erörterung geladen. Einer von etwa 35 Einzelterminen für Menschen, die vom bau der Asphaltschneise in dem Gebiet zwischen B 61 und Autobahn 2 am stärksten getroffen werden. „Unsere Zukunft wurde dort besprochen“, sagt Hanna Hambrink. In Begleitung zweier Juristen und mit der Tochter saßen sie einer sechsköpfigen Delegation des Landesstraßenbauamtes NRW gegenüber und äußerten ihren größten Wunsch: den  Erhalt des alten Hofes an der Winterstraße. Die ursprünglich geplante Trassenführung – 130 Meter weiter östlich – solle wieder zum Tragen kommen, wünschen dich die Hambrinks. So bliebe der Hof verschont. „Ob überhaupt, wie und wann – Konkretes haben wir nicht erfahren“, sagt Siegfried Hambrink. Am 26.Januar sind alle Einzelgespräche beendet. Dann wird wieder geprüft und ausgewertet.

In sechs bis zwölf Monaten bekommen Hambrinks Bescheid. „Jetzt harren wird der Dinge, unser Schicksal liegt in fremden Händen“, sagt Siegfried Hambrink zerknirscht und hofft bis dahin. Dass der Ort, an dem er aufwuchs bleibt, wie er ist.

 
< zurück   weiter >
© 2010 Keine A39!
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.