Eine etwas mächtigere Runde hatte sich jedoch zwei Tage zuvor getroffen. Die Herren Böhrnsen, von Beust, Ringstorff, Wulff und Carstensen verabschiedeten ein zweiseitiges Papier, wie die norddeutschen Häfen und ihre Hinterlandanbindung gesichert werden können. Die A39 landet hier ganz unten — sie wurde — im Gegensatz zum Aus- und Weiterbau von A1, A20 und A22 gar nicht genannt. Das macht eines mehr als augenfällig: Die Basis für das größte lnfrastrukturprojekt in unserer Region bröckelt dahin. Andere Verkehrsprojekte ziehen ganz offensichtlich an uns vorbei. Der Dachverband der A-39-Gegner hat das mit entsprechender Polit-Prosa schon so gebetsmühlenhaft aufgesagt, dass man es mitsummen kann. Er könnte am Ende aber durchaus Recht haben. Das Papier der Nord-Regenten zeigt jedenfalls, was die A-39-Bekenntnisse diesseits von Wahlprogrammen und Regierungserklärungen im politischen Alltag wert sind — ganz offenkundig nicht viel. Der in der Region als Trumpf gehandelte Abfluss des wachsenden Güterverkehrs von Hamburg Richtung Südosteuropa über die A 39 war den Länderchefs keine Silbe wert. Hinzukommt, dass Ende des Jahrzehnts beim neuen Bundesverkehrswegeplan die Karten durchaus anders gemischt werden können. Für die Verlängerung der A14 stehen die ostdeutschen Ministerpräsidenten fest zusammen. Dass zwischen den beiden Hosenträgern Konkurrenz herrscht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Bei der Querspange B190n gibt es aus der Altmark inzwischen etliche Abkehrbewegungen — darunter auch vom neu gewählten Salzwedeler Landrat Michael Ziche (CDU). Da kann die Luft schnell dünn werden. Um die A39 zu retten, ist jetzt eine kraftvolle Allianz der Region nötig, die nicht aufs Parteibuch beschränkt ist. Da müssen die Spitzen vom Kaliber Struck, Althusmann, Heil, Elster, Schnellecke & Co. mit der Wirtschaft bis hin zu VW in der Region gemeinsam — und nicht getrennt — ein Signal setzen, das in Hannover und Berlin klar wahrzunehmen ist. Doch wenn man Papiere wie das der Ministerpräsidenten ein wenig zu deuten vermag, sollte man sich auch mit einem „Plan B“ beschäftigen: Wird die A39 weiter aufgeschoben, darf unsere Region nicht mit leeren Händen dastehen. |