Quelle: taz Nord Nr. 7516 vom 17.11.2004, Seite 24
Gegner der Autobahn 39 heuern Hamburger Anwalt an, der Airbus-Gegner
erfolgreich vertritt
Hamburg taz
150 Kritiker der geplanten Autobahn Wolfsburg - Lüneburg haben am
Montagabend in Uelzen einen "Schutz- und Klagefonds gegen die A39"
gegründet. Vorbild ist die erfolgreiche Klägergemeinschaft gegen eine
Verlängerung der Landebahn des Airbus-Werks in Hamburg. Die
Autobahn-Gegner haben den Hamburger Anwalt Rüdiger Nebelsieck von der
Kanzlei Mohr und Partner mit der Wahrnehmung ihrer Interessen
beauftragt. Mohr und Nebelsieck vertreten seit Jahren erfolgreich die
Airbus-Kläger. "Wir erwarten in den nächsten Wochen zusätzlich noch
einmal die gleiche Zahl an Beitritten", sagte die Bäuerin Juliane
Haufe, die in das Sprecherteam des Schutz- und Klagefonds gewählt
wurde.
Nach Angaben der Veranstalter hatten sich in der Uelzener Stadthalle
rund 350 Landwirte, Pächter, Haus- und Grundeigentümer, Unternehmer und
Umweltschützer aus den Landkreisen Lüneburg, Uelzen und Gifhorn
versammelt, um zu erörtern, wie sie sich gegen die Autobahn-Pläne
wehren könnten. Dazu luden sie VertreterInnen der Initiative gegen den
Weiterbau der Ostsee-Autobahn A20 in Schleswig-Holstein ein und des
Schutzbündnisses für Hamburgs Elbregion, das sich gegen ein Wuchern des
Hamburger Airbus-Werks zur Wehr setzt. Anwalt Nebelsieck habe
"eindringlich die erhöhte Effizienz und die Kostenvorteile eines
rechtzeitig organisierten und solidarischen Vorgehens bei Sammel- und
Musterklagen" dargestellt.
Die 80 Kilometer lange und 440 Millionen Euro teure A39 soll zusammen
mit der geplanten A14 von Magdeburg nach Schwerin den wachsenden
Verkehr von und nach Osteuropa aufnehmen und die Region beleben. Beide
Autobahnen sind im Bundesverkehrswegeplan von 2003 als "vordringlicher
Bedarf" ausgewiesen, jedoch mit "besonderem naturschutzfachlichen
Planungsauftrag", weil ihnen viele Naturschutzgebiete im Weg liegen."
Gernot Knödler |