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11.08.10 - 18:00 Uhr
Umweltverein Gellersen e. V.
Ein Hurra für die Autobahn - IHK feiert sich selbst! PDF Drucken E-Mail
 

Ein Hurra für die A 39:

 
 

IHK feiert sich selbst!

 

„Ich liebe Lüneburg ...weil ich hier in Ruhe alt werden möchte“, steht auf dem Plakat. Zustimmendes Hupen tönt von der Straße, aufmunterndes Winken und immer wieder nach oben gereckte Daumen sind in den vorbeifahrenden Autos zu sehen, als viele Mitglieder der BIs sich am Donnerstagnachmittag bei entsetzlichem Wetter an der Zufahrt zum Parkplatz des Lüneburger Theaters zu einer neuerlichen Demonstration gegen die geplante Autobahn A 39 formieren. Unterstützung für die Sache auch von einigen der eingesetzten Polizeibeamten, wenngleich sie – trotz lautstarker und gestenreicher Diskussion zwischen einigen Polizisten und Dachverbands-Pressesprecher Eckehard Niemann – die Demonstranten nicht als ganze Gruppe bis vor den Eingang des Theaters lassen wollen.
Auf dem Parkplatz selbst parkt heute nur, was gut und teuer ist: S-Klasse, 7er, A8 und sehr viel Oberklasse aus Wolfsburg. Weniger betuchte Zwangsmitglieder der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHK), so scheint’s, mochten dem Aufruf zum Jahresempfang ins Theater Lüneburg nicht folgen ...
Vor der Tür zum Foyer des Theaters ein Bild, so friedlich, wie es die Gegner der A 39 vielleicht selbst nicht erwartet hätten: In aller Ruhe verteilen sie dort ihre Broschüre gegen die „Nonsens-Autobahn“. Und sie werden viele davon los: Im Theatersaal sind die Gäste mit Lesen beschäftigt, es wird diskutiert und geblättert. Doch das Bild trügt:
Bernd Hansmann als der scheidende Präsident der IHK, Eberhard Manzke als sein Nachfolger, Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) – sie alle sprechen von der Notwendigkeit der Autobahn und erhalten dafür viel Applaus. Man merkt: dies ist ein Heimspiel für die Befürworter der A 39. Kein Wunder, wurden doch der IHK bekannte Gegner der Autobahn gezielt wieder ausgeladen, und das, nachdem sie ihre Zusage zum Empfang bereits erhalten hatten!
Umso mehr Respekt verdient der Mut dreier doch in den Saal gelangter Autobahngegner, die, in Anspielung an die Ausladungen, zuerst Eberhard Manzke das Benimm-Buch „Knigge – wie man Blamagen vermeidet“ überreichen, und anschließend dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Walther Otremba, eine in Brotteig gebackene, durchgestrichene 39. Der Applaus dafür ist erwartungsgemäß verhalten, aber die Übergaben runden die Aktionen der A 39-Gegner doch auf schöne Weise ab. Vielleicht erhält der eine oder andere Teilnehmer des Empfangs einen Denkanstoß und verzichtet künftig auf widerlich überhebliche Aussprüche wie den, der einer zum Empfang eingeladenen Dame beim „Abschreiten“ der Demonstrantenfront auf dem Weg zum Eingang des Theaters entfährt: „Warum wollen die denn hier alt werden – die sind doch schon steinalt!“
Andreas Conradt
BI Himbergen
Bilder von der Demonstration vor dem Theater Lüneburg sind in unserem Magazin unter "Bilder und Aktionen" zu finden.
 
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