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Leserbrief in "Das Landvolk", vom 18.8.2004. PDF Drucken E-Mail
Leserbrief, abgedruckt in "Das Landvolk", Zeitung des Niedersächsischen Landvolks (so heißt der Bauernverband in Niedersachsen) vom 18.8.2004. Die Zeitung wird von etwa 80.000 Bauern gelesen.

Die A 39 würde viele Bauern treffen

Gegen die derzeit noch von vielen Parteipolitikern massiv geforderte Autobahn A 39 von Lüneburg bis Wolfsburg wehren sich schon jetzt hunderte von Landwirten. Die A 39 ist nach den offiziell-staatlichen Verkehrsuntersuchungen absolut unsinnig. Diese "zerstörerische Nonsens-Autobahn" soll vor allem über landwirtschaftliche Flächen hinweg gebaut werden. Die vorgeschriebene Berücksichtigung des "Schutzguts Boden" lassen die A39-Planer derzeit arrogant beiseite. Selbst die vom Landvolk, Landwirtschaftskammer und AbL gemeinsam eingeforderte Betroffenheitsanalyse Landwirtschaft fehlt bisher.

Die A 39 versiegelt je Kilometer Autobahn etwa 5 ha Fläche und verschlingt außerdem weitere 5 bis 10 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen, Zuwegungen, Abfahrten und für Baumaschinen-Plätze. Die Folge dieser Land-Verknappung: eine erhebliche Steigerung der regionalen Pachtpreise. Die zusätzliche Zerschneidungs-Wirkung führt nicht nur zum Verlust hofnaher Flächen, zu langen Wegen und zu teilweise unlösbaren, existenzbedrohenden Problemen mit Beregnungsanlagen, sondern oft auch zu Zwangs-Flurbereinigungsgemeinschaften, bei der  alle Landwirte anteilig auf einen Teil ihrer Flächen verzichten müssen.

Unter dem Eindruck der Unsicherheit und einer lähmenden Autobahn-Debatte müssen lebenswichtige Investitionen zurückgestellt werden und die eigentlichen Chancen unserer Region und der Landwirtschaft werden vernachlässigt. Unsere Region hat eine gewachsene, moderne und selbstbewußte Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die aber braucht keine Autobahn, auch wenn viele Firmen natürlich den Mitnahme-Effekt einer Gratis-Autobahn nicht ablehnen. Wirklich brauchen wir aber eine gezielte Schließung von Lücken in der Wertschöpfungskette und Innovationen. Die Politiker aller Ebenen sollten die deutliche Meinungsäußerung von über 100 Bauern beim Trecker-Treck von Uelzen nach Lüneburg ernst nehmen. Der aktuell vorbereitete Aufbau eines Klagefonds von Landwirten und Grundeigentümern wird diesen Faktor noch enorm verstärken...

Eckehard Niemann, Sprecher der Bürgerinitiativen, 29553 Bienenbüttel-Varendorf
 
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