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Bau der A 20 bringt Agrarfirma in Not |
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Aus Ostseezeitung vom 7.2.2004:
- Niekrenzer warten auf Geld und Land -
Die Mannschaft der Agrarproduktion Röder/Kasunke in Niekrenz ist kurz davor,
den Mut zu verlieren. Der Autobahnbau A 20 hat die zuvor stabile Firma vor
existenzielle Fragen gestellt.
Walter Röder kann sein schlaflosen Nächte schon nicht mehr zählen. „Bis
zum Beginn des Autobahnbaus A 20 waren wir ein gesunder Betrieb. Jetzt
müssen wir um unsere Zukunft bangen“, beklagt der 65-jährige die
Situation der Agrarproduktion Röder/Kasunke. „Wir haben für den
Autobahnbau 68 Hektar Ackerfläche hergeben müssen. Ersatzflächen hatte
das Landwirtschaftsamt nicht für uns, obwohl das mehr als zehn Prozent
unserer Gesamtfläche waren. Das ist existenzgefährdend“, erklärt Dörte
Röder, die den Vater im August 2003 als Gesellschafterin der Firma
ablöste und sie nun gemeinsam mit Hans-Jürgen Kasunke führt.
Es sei kein Land für sie da, heißt es bis heute. Zwar hätten sie
beinahe 15 Kilometer weiter bei Wesselstorf Ausgleichsland bekommen,
doch das erhielten dann andere. „Zwar gab es eine Abfindung, doch nur
für die fünf Jahre, die der Pachtvertrag für das Land gilt. Und was
danach“, fragt die 35-jährige. „Mit dem Land, das wir jetzt haben,
können wir kaum überleben. Uns wird die Lebensgrundlage entzogen.“ (...
)
Die Autobahn durchschneidet jetzt das Ackerland der Röders auf vier
Kilometer Länge. Um zu ihren Feldern zu gelangen, müssen sie 3,4
Kilometer Umwege fahren. „Das verlangt auch andere Technik und
Fahrzeuge,“ sagt Röder. „Wir mussten vor Gericht ziehen, um uns diese
Umwege von der Deges bezahlen zu lassen. Am 30. Dezember 2003 entschied
das Schweriner Landgericht, dass sie 9049,87 Euro an uns zahlen muss.
Noch warten wir auf das Geld.“
Während sie hoffen, dass das nun doch fließen wird, haben sie die 53
000 Euro, die die Baugesellschaft Dölzig TBU an sie zahlen muss, fast
abgeschrieben. „Die Firma, Auftragnehmer der Deges, ist konkurs. Sie
schuldet uns das Geld, weil sie von uns den Boden für den Autobahnbau
genommen haben. Jetzt haben wir dort vier Hektar unkultiviertes Land“,
nennt Dörte Röder das nächste Problem. Das müsste – „und sie will
es auch“ die Deges in Ordnung bringen. „Größtes aktuelles Problem aber
ist noch, dass das Finanzamt von uns Mehrwertsteuer auf die
Entschädigungssumme kassieren will, obwohl die Deges, was sie bestätigt
hat, das Geld ohne Mehrwertsteuer geschickt hat“, so Walter Röder. „Man
kann verzweifeln. Den Mut verlieren“, setzt Tochter Dörte hinzu...
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