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vom 14.07.2006

Tunnellösung versenkt Millionen

Andreas Meihsies kritisiert Steuergelder-Verschwendung – SPD-Landtagsfraktion für Machbarkeitsstudie


as Lüneburg.
Der viel diskutierte Lüneburger Tunnel fr die geplante Vorzugsvariante der Autobahn 39 wäre Gold wert – allerdings nur was den Preis betrifft. Dieses Fazit lässt die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Lüneburger Abgeordneten Andreas Meihsies (Grüne) zu. Mindestens zehnmal so teuer wie eine Straße ohne Tunnel wäre selbst die einfachste Bauweise.
Für Meihsies, der den Bau der A39 kategorisch ablehnt, ist damit „die Tunnellösung unrealistisch. Da werden Steuergelder verschwendet“, wettert er. Derweil will die SPD-Landtagsfraktion auf Bestreben des Lüneburger Abgeordneten und Tunnelverfechters Manfred Nahrstedt diese Lösung weiter vorantreiben.
Meihsies hatte die Landesregierung gefragt, ob sie „eine Untertunnelung großer Teile des Lüneburger Stadtgebietes für realistisch halte und mit welchen Mehrkosten diese Variante verbunden“ sei. Ob sie realistisch sei, „ist im Rahmen des Raumordnungsverfahrens abzuarbeiten, in der landesplanerischen Feststellung zu entscheiden und wird im Linienbestimmungsverfahren durch den Bund abschließend geprüft“, antwortet die Landesregierung. Bezüglich der Baukosten heißt es, dass diese je nach Bauweise erheblich schwanken. Als Durchschnittswerte werden für einen Tunnel in offener Bauweise pro laufende 100 Meter zirka 5,7 Millionen Euro genannt. In bergmännischer Bauweise (unterirdisch) würde er pro laufende 100 Meter zirka 11 Millionen Euro kosten. Die Kosten für den Bau einer Straße pro laufende 100 Meter nehmen sich dazu im Vergleich gering aus, sie werden mit 0,6 Millionen Euro veranschlagt.
Auskunft bekam Meihsies auch zu seiner Frage, ob ein neuer Trassenverlauf der A39 im Bereich Lüneburg noch vor der Kommunalwahl vorgelegt werden könnte. „Der Abschluss des Raumordnungsverfahrens und die landesplanerische Feststellung werden bis Ende 2006/ Anfang 2007 erwartet“, heißt es. Die SPD-Landtagsfraktion gräbt für den Tunnel. In ihrem Antrag fordert sie die Landesregierung auf, sich „beim Bundesverkehrsministerium fr die Machbarkeitsstudie einer Tunnellösung der geplanten Vorzugsvariante der A39 im Bereich der Stadt Lüneburg einzusetzen“. Dabei solle auch der Ausbau einer Trasse auf der jetzigen Ostumgehung in Tunnelform geprüft werden.
Die SPD-Landtagsfraktion unterstreicht noch einmal, dass es sich bei der A39 um ein „wichtiges, unverzichtbares Infrastrukturvorhaben“ handele. Die geplante Vorzugsvariante zerschneide jedoch die Stadt, belaste die Menschen und sei zum Schaden des Denkmalensembles Kloster Lüne. Deshalb müsse eine Untertunnelung her. Klare Absage hingegen an die vom Rat der Stadt präferierte Westumfahrung. Diese Alternative würde den Interessen Uelzens zuwiderlaufen, da die Streckenführung zu weit von Uelzen entfernt liefe, argumentiert die Landes-SPD. Laut Nahrstedt wird der Antrag jetzt im Landtagsausschuss fr Wirtschaft und Verkehr beraten.
 
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