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Kommentar zu „Pendler steigen auf die Bahn um“ |
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vom 11.07.2006
Kommentar zu „Pendler steigen auf die Bahn um“
Lt. aktueller Berichterstattung des Hamburger
Abendblattes steigen immer mehr Pendler auf die Bahn um. Ein
Auszug: "[…] Als größter Energieabnehmer in Deutschland ist die
Bahn durch die hohen Energiepreise extrem belastet. Gleichzeitig
stellen wir fest, daß viele Autofahrer wegen der hohen
Benzinpreise auf den Zug umsteigen. Zwischen Januar und Mai ist
die Zahl der Reisenden um 40 auf 750 Millionen Reisende gestiegen,
also etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gleichen
Zeitraum haben wir im Nahverkehr 3,8 Millionen Ländertickets
verkauft - 20 Prozent mehr. Bei dem Energiehunger der Welt steigen
die Ölpreise inzwischen auf Rekordhöhe. Ein Ende
der Entwicklung ist nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund wird
der Individualverkehr per PKW weiter stark abnehmen und sich auch
der Trend verstärken, Güter auf Schiff oder Bahn zu verlagern. Wer
wie die Bundesrepublik angesichts dieser Tatsache weiterhin
mehrere Milliarden € pro Jahr in den Bau neuer Autobahnen steckt,
handelt grob fahrlässig. Die Aktion Lebensberg fordert aufgrund
der neuen Kostensituation die Bundesregierung auf, unverzüglich
alle Projekte des vordringlichen Bedarfs des
Bundesverkehrswegeplanes einer neuen Nutzen-/Kostenanalyse zu
unterziehen und die Bedarfseinstufung neu vorzunehmen.
Im Rahmen ihrer Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren führt die
Aktion Lebensberg e. V., die folgenden Gründe für abnehmenden
Straßenverkehr an und fordert eine Neubewertung des Projekts A39:
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Durch die Verknappung des Rohöls wird es zu einer überproportionalen
Erhöhung der Treibstoffpreise kommen, was zu einer Verminderung des
Verkehrs führen wird.
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Bis zur Fertigstellung der A39 wird zudem höchstwahrscheinlich
die Autobahnmaut für Pkw eingeführt, was zu einer Verkehrsverlagerung
auf die Bundes- und Landesstraßen führen wird.
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Alle Studien zur demographischen Entwicklung in Deutschland sagen
bis zum Jahr 2015 (Bezugsjahr der Planung) noch eine leichte Zunahme
der Bevölkerung in der betroffenen Region, aber bereits eine Abnahme
der Bevölkerung im Bundesgebiet (und Westeuropa) voraus. Ab 2015 wird
insgesamt eine Abnahme der Bevölkerung auch in der Region
prognostiziert.
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Die Verlagerung der Industriearbeitsplätze nach Osteuropa und
Asien wird bis 2015 abgeschlossen sein, so dass der Güterverkehr von
halbfertigen und fertigen Produkten (auch just-in-time) stark
abnehmen und sich nur noch auf Fertigprodukte zur Versorgung der
Bevölkerung erstrecken wird.
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Die katastrophale finanzielle Situation der Bundesrepublik
(Schuldenstand 1,5 Billionen € wurde am 05.05.2006 erreicht) und der
Sozialsysteme wird zu einer solch immensen Belastung der Bevölkerung
führen dass fraglich ist, ob die heutige Pro-Kopf-Durchsetzung mit
Personenkraftwagen überhaupt noch möglich ist.
Peter Weerda
Aktion Lebensberg e.V.
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